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18.10 Uhr | 3. März 2016
Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt erfreuliche Aufklärungsquote / Besonderer Betrugsfall in Biblis

Wer im Ried wohnt, lebt verhältnismäßig sicher

Diebstähle in jeder Form stellen nach wie vor ein Problem im gesamten Ried dar – wie die Fallzahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik zeigen. So gab es alleine in Lampertheim beim einfachen Diebstahl einen Anstieg um 56 Fälle. Foto: Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes

Diebstähle in jeder Form stellen nach wie vor ein Problem im gesamten Ried dar – wie die Fallzahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik zeigen. So gab es alleine in Lampertheim beim einfachen Diebstahl einen Anstieg um 56 Fälle. Foto: Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes

RIED – Nach wie vor ist die Riedschiene mit den Gemeinden Lampertheim, Bürstadt, Biblis und Groß-Rohrheim offensichtlich ein schwieriges Pflaster für kriminelle Straftäter: Dies macht die Polizeiliche Kriminalstatistik der Polizeistation Lampertheim-Viernheim deutlich, die am Donnerstag vorgestellt wurde. Besonders die Aufklärungsquote entwickelt sich für den gesamten Einsatzbereich positiv, so kletterte diese auf nunmehr insgesamt 61 Prozent. Im gleichen Zeitraum stiegen die Straftaten insgesamt um 383 auf 4.347, Rückgänge gab es erfreulicherweise bei der Körperverletzungen und den Sachbeschädigungen. Anstiege sind besonders bei den Diebstählen und Betrugsfällen zu verzeichnen. Ein Problem sind nach wie vor die hohen Fallzahlen bei den Fahrraddiebstählen im Bereich des schweren Diebstahls. Diese sind 2015 um 52 auf insgesamt 246 im gesamten Gebiet der Polizeistation gestiegen. „Dies ärgert mit sehr”, betonte Polizeioberrat Thomas Bauer, Leiter der Polizeistation Lampertheim-Viernheim, der klar stellte, dass es eine einfache Möglichkeit gebe, die Räder zu schützen: „Lassen Sie Ihr Fahrrad codieren. Denn unter den gestohlenen Rädern ist kaum eines mit einer Codierung, die wie mehrmals im Jahr im gesamten Gebiet anbieten.”

Auch bei den Einbrüchen gab es keine nennenswerten Veränderungen, insgesamt kam es auf der Riedschiene zu einer leichten Steigerung, die aber nicht aus dem Rahmen fällt. „Nichts ist besser als Lich. Denn dieses schreckt die Einbrecher ab”, betonte Polizeioberrat Thomas Bauer.

Erfreulich unauffällig erscheinen die Füchtlinge in der Kriminalstatistik – nämlich eigentlich überhaupt nicht. Lediglich nach der Willkommensfeier für die Flüchtlinge in Lampertheim hätte es in der Gaußstraße Probleme mit Lärmbelästigung gegeben, ansonsten sei lediglich der Brand in der Flüchtluingsunterkunft auffällig gewesen. „Es wurden auch keine sexuellen Übergriffe, sei es das Angrappschen oder mehr, angezeigt, auch nicht in den Bädern”, ergänzte Polizeioberrat Thomas Bauer.

Einzige Ausnahme ist das Rhein-Neckar-Zentrum in Viernheim: Hier wurde seit Sommer 2015 ein starker Anstieg an Diebstählen besonders im Bereich der Kleidung verzeichnet. 72 Fälle konnten dabei Tätern aus dem Bereich der Flüchtlinge zugeschrieben werden – diese stammten aber ausnahmslos aus badischen Asylunterkünften, besonders aus Mannheim. „Im Ried ist dies aber nicht der Fall, auch dank der dezentralen Unterbringung und der intensiven Betreuung der zahlreichen Ehrenamtlichen“, ist sich Polizeioberrat Thomas Bauer sicher. Und kleinere Streitigkeiten gäbe es überall, wo viele Menschen eng zusammenleben würden.

Betrachtet man sich die Statistik für die einzelnen Gemeinden genauer, fallen in Lampertheim zunächst die Körperverletzungen ins Blickfeld. Hier konnte die Polizei einen Rückgang von 20 Prozent auf 82 Fälle im Jahr 2015 verzeichnen. Dahingegen ist die Zahl besonders an Ladendiebstählen stark angestiegen. „Dies hängt vor allem mit den verstärkten Kontrollen durch Ladendetektive zusammen”, erklärte Kriminaloberkommissar Jörn Berg das Plus von 44 Delikten.

615 deliktübergreifende Fälle gab es in der Sonnenstadt, bei einer ausgezeichneten Aufklärungsquote von mehr als 60 Prozent. So wie in Lampertheim sind aber auch in Bürstadt die Fallzahlen beim Diebstahl überproportional angestiegen. Erfreulich stellt sich der Bereich der Sachbeschädigungen dar: So sanken diese in Bürstadt von 51 auf 21, eine sehr positive Entwicklung.

Ein besonderes Phänomen ist in der Statistik für das Jahr 2015 in Biblis zu beobachten: Denn geht man nach den Fallzahlen im Bereich des Betruges, könnte man meinen, die Gurkenstadt wäre eine Metropole betrügerischer Handlungen. So stiegen die angezeigten Betrugsfälle innerhalb eines Jahres von 57 auf 236. Doch bereits der Blick auf die Aufklärungsquote mit 97,1 Prozent verrät: Hier kann etwas nicht stimmen. Und so handelt es sich beim Großteil der Betrugsfälle um einen einzigen Fall: Ein junger Mann hatte an einer Tankstelle Kreditkartendaten ausgespäht und mit diesen im Internet bestellt. Dies erklärt also diesen sprunghaften Anstieg. Ansonsten war es in Biblis erfreulich ruhig.

Ebenso wie in Groß-Rohrheim, dass ein wahres Idyll für die Polizei und ein erfreulich ruhiges Pflaster ist. Hier sank die Zahl an Kriminalfällen insgesamt von 118 auf 83 bei einer Aufklärungsquote von mehr als 47 Prozent. „Schön, dass es so etwas noch gibt”, freute sich Polizeioberrat Thomas Bauer. Benjamin Kloos

 

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