Vier Preisträger – vier eindrucksvolle Kurzgeschichten
„Cultur Communal“ ist das Markenzeichen des Lampertheimer Fachbereichs 40, der den 1. Lampertheimer Schreibwettbewerb zum Thema „Hallo Nachbar“ ausgeschrieben hatte. Bürgermeisterin Barbara Schader (links) und Bürgermeister Gottfried Störmer (rechts) freuten sich mit Autor Roland Kirsch (2. von links), Energieried-Geschäftsführer Frank Kaus und Fachbereichsleiter Rolf Hecher über den Erfolg. Vier Preisträger wurden ausgezeichnet: Jürgen Heyer (vorne links), Franziska Held, Eva Kumar und Johanna Tausch. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Nach Musik und Kunst ist die Wortkunst dabei, sich in der Spargelstadt einen Namen zu machen und auf bestem Wege sich dauerhaft zu etablieren. Auf die schon reifenden, weiterführenden Ideen rund um das Thema Schreiben aus dem Kultur-Fachbereich 40 mit „Cultur Communal“ in Zusammenarbeit mit Autor Roland Kirsch darf man gespannt sein. „Hallo Nachbar“ war der freundliche Zuruf des Fachbereichs Bildung, Kultur und Ehrenamt der Stadt Lampertheim im September, sich am 1. Lampertheimer Schreibwettbewerb zu beteiligen. 28 Kurzgeschichtenschreiber im Alter von 14 bis 65 Jahre machten mit und reichten ihre Beiträge bis zum Einsendeschluss am 31. Januar ein. Zwei kommunale Nachbarn haben zusammengearbeitet und auch die Wettbewerbsteilnehmer sind beiden Städten auf jeweils eigene Weise verbunden – Lampertheim und Bürstadt. Beim 1. Lampertheimer Schreibwettbewerb waren die Städte Kooperationspartner und auch bei der Preisverleihung im Sitzungssaal des Stadthauses am Freitag feierten Bürgermeister Gottfried Störmer und Bürgermeisterin Barbara Schader mit den Preisträgern zusammen. Der Dritte im Bunde ist ENERGIERIED mit Geschäftsführer Frank Kaus als Partner, ein kommunaler Energieversorger, der dieses Projekt der Wortkunst finanziell und ideell unterstützt hat. Die vierköpfige Jury mit ihrer paritätischen Besetzung aus beiden Städten bewertete die Geschichten anonym. Ihnen sprachen die beiden Stadtoberhäupter ihren besonderen Dank aus. Zur Unterstützung der Wettbewerbsteilnehmer hatte die Volkshochschule Lampertheim den Kurs „Kurzgeschichten schreiben“ mit dem Bürstädter Autor Roland Kirsch angeboten, der vor allem Erstschreiber bei ihrer erfolgreichen Teilnahme unterstützen sollte. Drei Hauptpreise waren zu vergeben, ein Preis war dem jüngsten Teilnehmer vorbehalten. Die 14-jährige Franziska Held aus Bürstadt und Schülerin der Erich-Kästner-Schule hatte mit ihrer Kurzgeschichte „Der Nachbar meines Herzens“ die Jury überzeugt und erhielt auch bei ihrer Lesung zur Preisverleihung vom Publikum den verdienten Applaus. Im Fach Deutsch hat sie eine Zwei, wie im Gespräch erzählte. Sie erhielt 100 Euro wie auch Eva Kumar aus Wiesbaden, die mit „Schlafen“ den 3. Preis bekam. Die 56-Jährige hat ihre frühe Kindheit in Bobstadt verbracht, eine Freundin aus Gernsheim hatte sie auf den Wettbewerb aufmerksam gemacht. Das Schreiben beschäftige sie schon länger, erzählte sie, zwei Jahre sie sie bei der Darmstädter Textwerkstatt gewesen. Jürgen Hayer aus Bürstadt, aber in Lampertheim geboren, gab seiner Kurzgeschichte den Titel „Hannah“. Sein Hobby betreibe er seit zehn Jahren, erzählte er im Gespräch mit dem TIP, etwas intensiver seit er sich dem Rentenalter nähere. Als Betriebswirt in der Kostenrechnung tätig, entdeckte er seine Freude am Schreiben zunächst beim Artikelschreiben für die Mitarbeiterzeitschrift. Einige Jahre sei er über das Internet deutschlandweit mit einer Autorengruppe in Kontakt gewesen. Der 1. Preis, dotiert mit 500 Euro, ging an die 21-jährige Bürstädterin Johanna Tausch für ihre Geschichte „Hallo Nachbar“. Nach ihrem Studium der Germanistik und Soziologie in Mannheim würde sie gerne als Lektorin in einem Verlag arbeiten, auch Autorin zu werden, kann sie sich vorstellen. Beim Vorlesen aus ihren Geschichten hatten die Hobby-Autoren ein aufmerksam zuhörendes Publikum, das sich beeindruckt zeigte. Bürgermeister Störmer sagte zum Erfolg des Wettbewerbs: „Ich bin stolz, dass es gleich beim ersten Mal eine so tolle Beteiligung gegeben hat“. Bürgermeisterin Schader freute sich, dass der Funke übergesprungen ist und auch so viele junge Menschen zum Schreiben animiert wurden. „Ich bin froh, uns mit Ihnen jetzt hier bei dieser Preisverleihung zu treffen“. Autor Roland Kirsch, der die Anthologie „Hallo Nachbar“ mit den zwanzig besten Wettbewerbsbeiträgen herausgegeben hat, berichtete dem Publikum, wie er bei einem Treffen mit Kultur-Fachbereichsleiter Rolf Hecher erfuhr, was es mit der Musiker-Initiative, dem Alten Kino und der Künstler-Initiative auf sich hat. „Mir war zuvor nicht klar, dass es mit der Kommune zu tun hat“. Dieser Ansatz, eigene Talente in der Stadt zu fördern, der nun auch die Autoren einschließe, habe ihn beeindruckt. Kirsch dankte Rolf Hecher und Ludwig Baumgartner vom Fachbereich Bildung, Kultur und Ehrenamt für ihr Engagement und Energieried-Geschäftsführer Frank Kaus für die spontan zugesagte Unterstützung. Nach der Preisverleihung waren alle Gäste eingeladen, in lockerer Atmosphäre miteinander ins Gespräch zu kommen. Hannelore Nowacki
Information
In der Jury waren Regina Gleich (Team Stadtbücherei Lampertheim, Bereich Belletristik), Iris Held (Gemeindereferentin Pfarrgruppe Bürstadt und Team der Katholischen Öffentlichen Bücherei Bürstadt), Sandra Öttrich (Lehrerin an der Elisabeth-Selbert-Schule in Lampertheim) und Sigrid Röhrborn (Lehrerin an der Erich-Kästner-Schule in Bürstadt).







