Sportlich-spannende Momente in China erlebt
Die U16-Kurpfalzauswahl mit Spielern aus dem Nibelungenland verbrachte zwölf unvergessliche Tage in China – und kehrte voller positiver Erfahrungen und Erlebnisse aus Shenyang und Qingdao nach Deutschland zurück. Foto: oh
NIBELUNGENLAND – Es war eine besondere Reise, die sich in vielfacher Hinsicht für alle Beteiligten gelohnt hat: Anlässlich des vierten deutsch-chinesischen U16-Jugendfußballturnier in Shenyang und Qingdao reiste eine Gruppe von 60 Personen, darunter 44 Jugendfußballer, für zwölf Tages ins Reich der Mitte und tauchten in eine völlig andere Sport- und Kulturwelt ein.
Unter Leitung von Trainerlegende Klaus Schlappner und Felix Kurz, zwei der drei Initiatoren des deutsch-chinesischen Jugendaustauschs, der 2012 ins Leben gerufen worden war, nahm neben der U16 des FC Astoria Walldorf eine Kurpfalz-Auswahl mit Spielern aus dem Nibelungenland, oder wie Klaus Schlappner es ausdrückt, „seiner Kurpfalz“ teil – neben Wormatia Worms und der TSG Pfeddersheim waren unter anderem auch der SV Waldhof, die JFV BiNoWa und die SG Einhausen vertreten.
Sportlich, kulturell und vor allem auch menschlich machten die Nachwuchsfußballer einmalige und prägende Erfahrungen und traten zudem als Botschafter auf. Überrascht zeigten sich alle davon, wie begeistert man deutsche Fußballer jeden Alters in China empfängt, mit Selfies, Interviews und Menschentrauben. Ebenso überraschend waren die Eindrücke, die in den Kindergärten und Schulen gesammelt wurden: Die Leistungen, die hier in allen Bereichen, von der Kunst über die Musik bis zum Sport erbracht werden, seien beeindruckend. Noch gibt es in China im Jugendbereich keinen Ligabetrieb, es wird nur in Schulen gespielt. Doch dies soll sich ändern, um China qualitativ auf eine neue Ebene des Fußballs zu heben – hierzu hat sicher auch dieser Besuch beigetragen.
Auch sportlich war die Reise ein Erfolg, so verlor die Kurpfalzauswahl nur ein Spiel – gegen wesentlich ältere Spieler. „Dies sind Spiele, an denen man wächst, auch wenn man natürlich auch gegen ältere Gegner bestehen kann“, so Klaus Schlappner im Rückblick. „Ihr habt Eure Vereine aber gut präsentiert.“
Beeindruckt zeigten sich die Spieler Samed Mustafa Aygün, Eric Mattern und David Wolfgang Damm (alle VfR Wormatia 08 Worms) sowie Marcel Ruh-Clausen (TSG Pfeddersheim), die stellvertretend für ihre Mitspieler über ihre Erlebnisse berichteten.
„Es war von Anfang an sehr interessant, wir haben viel über die Geschichte und Kultur Chinas gelernt, besonders über die Vielfalt der chinesichen Drachen. Wir haben viele neue Freunde gefunden, deutsche und chinesische“, zeigte sich Samed Mustafa Aygün begeistert. „Wir haben gute Spiele abgeliefert und sind als Team zusammengewachsen.“ David Damm hob die Freundlichkeit der Gastgeber hervor, während Marcel Ruh-Clausen besonders der Empfang durch die Chinesen imponiert hat. „Es gab eigene Kinderreporter, die uns Interviewt haben und wir wurden hundertfach fotografiert.“ Eric Mattern, der mit dem sportlichen Gedanken im Vordergrund zur Reise aufgebrochen war, wurde ebenfalls durch die positiven Eindrücke des eng gestrickten Besuchsplans beeindruckt. „Auch wenn es Spaß gemacht hat ist das Sportliche immer mehr in den Hintergrund getreten. Wir konnten vieles sehen und auch alles mitmachen, so beispielsweise bei der Kaligraphie.“ In einem waren sich alle vier Spieler einig: Diese Reise würden sie immer wieder machen.
Eine besondere Ehre wurde Klaus Schlappner zuteil: Er wurde aus Verdienst um den chinesischen Fußball die Ehrenbürgerwürde der Stadt Shenyang verliehen. Und auch das chinesische Fußballmuseum sei „eigentlich ein Klaus-Schlappner-Museum”, wie Uwe Franz, Sportdezernent der Stadt Worms, betonte.
Auf die Frage, was der Austausch den für die deutsche Seite bringe, fand Klaus Schlappner klare Worte: „Im Bereich des Fußballs benötigt China unsere Hilfe. Aber in anderen Bereichen werden wir irgendwann die Hilfe Chinas benötigen. Es ist wichtig, sich menschlich und fachlich in allen Bereichen auszutauschen und zu verstehen. Dann profitieren beide Seiten.“ Und mit Blick auf die jungen Fußballer fügte er abschließend hinzu: „Wir haben die Jungs gefordert aber auch gefördert. Sie sind zu einer echten Einheit zusammengewachsen, über Grenzen hinweg. Es war eine Erfahrung, die sie für ihr Leben nachhaltig beeindrucken wird.“ Benjamin Kloos
Info:
Aus dem Kreis Bergstraße nahmen Kreisfußballwart Sascha Wilke, als Trainer/Betreuer Carlo Favorite und Tobias Kleiner sowie als Spieler Eldin Ramic (SG BiNoWa), Jonas Heer (Mörlenbach), Manuel Massoth (Lörzenbach), Pascal Wolf (SG Einhausen), Luca Favorite (Fürth), Lasse Lulei (JFV Alsbach/Auerbach) und Marcel Furgol am U16-Jugendfußballturnier in China teil.







