Schulsieger Jeremias Jäger und Mitbewerber können stolz auf sich sein
BÜRSTADT – Spannende Minuten in der Mediothek der Erich-Kästner-Schule beim Vorlesewettbewerb der Klassensieger: Drei Minuten einen Abschnitt aus einem selbst ausgewählten Jugendbuch vorzulesen war die Aufgabe, der sich am Montagvormittag die sieben Klassensieger stellten. Nur einer kann gewinnen und wird Schulsieger. Zuvor hatten sie die Jury ihrer Klasse von ihrem Können überzeugt. Ein wenig Lampenfieber hatten die Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen der Erich-Kästner-Schule, doch souverän stellten sie ihre Bücher vor und lasen Passagen mit lebendigen Dialogen vor. Die Schuljury aus vier Lehrern und zwei Schülern der 10. Klassen lauschte aufmerksam und spendete den Vorlesern Applaus. Zur Jury gehörten Organisatorin Kathrin Mühlenbruch und Fachbereichsleiter Oliver Weinmann. Im offiziellen Bewertungsbogen der Stiftung Buchkultur und Leseförderung waren die Punktzahlen einzutragen, bewertet wird gutes Vorlesen, nicht Schauspielerei, Versprecher sollen nicht bewertet werden und die Buchvorstellung zählt nicht zur Lesedauer und wird auch nicht bewertet. So steht es auf dem Bogen. Außerdem gibt es eine Rubrik Gesamteindruck. Knapp gleichauf schnitten Lilia Wolf mit „Rückt dem Wolf nicht auf den Pelz“ und Jeremias Jäger mit „Der Tag, an dem ich cool wurde“ ab, wie die Juryberatung ergab. Ein Stechen musste nun klären, wer als Schulsieger zum Kreisentscheid nach Fürth fahren wird. Im Zweierwettbewerb lasen beide aus dem Buch „Die Kurzhosengang“ vor, den Text hatte Kathrin Mühlenbruch ausgesucht, die den Wettbewerb an der Erich-Kästner-Schule organisiert hat. Keine leichte Entscheidung für die Jury, doch für Jeremias Jäger sprachen Pluspunkte wie der gute Überblick über den unbekannten Text und das gute Vorlesen. Während die Jury beriet, mussten die Schüler draußen warten. „Habt ihr euch draußen entspannt?“ Nein, das war nicht gelungen, ließen die Schüler Jurymitglied Kathrin Mühlenbruch wissen. Zum Abschluss erhielten die Klassensieger Urkunden und einen Buchpreis, der Schulsieger wurde mit zwei Buchpreisen und Urkunden belohnt. Schön eingepackt waren die Bücher, der Titel nicht erkennbar, echte Überraschungen. „Ihr habt alle den Wettbewerb mit Bravour bestanden, wir haben es genossen – ihr könnt stolz auf euch sein“, gab Organisatorin und Jurymitglied Kathrin Mühlenbruch den Klassensiegern mit auf den Weg und Fachbereichsleiter Oliver Weinmann bekräftigte: „Das habt ihr gut gemacht“.

Die Jury lauschte dem Vorlesen und ermittelte den Sieger. Die Klassensieger hörten ihren Mitbewerbern um den Schulsiegertitel gespannt zu. Foto: Hannelore Nowacki
Im Deutschunterricht waren die Lieblingsbücher Thema gewesen, das Vorlesen wurde ergänzt durch selbst gefertigte Plakate, Poster und Illustrationen. Nuri Colditz hatte zur ihrem Vorlese-Titel „Body Guard“ ihre Schautafel mitgebracht. Chiara Wilke las aus „Ostwind“ vor, Michael Stemplowski aus „Woodwalkers“. Rojda Avik hatte sich den Titel „Das traust du dich nie, Jona“ ausgesucht und Yousef Salame las aus „Das Geheimnis des Griefers“ vor. Die elf- und zwölfjährigen Klassensieger kommen aus allen drei Zweigen der Erich-Kästner-Schule, aus Hauptschule, Realschule und Gymnasium. Wie Organisatorin und Fachbereichsleiter im Pressegespräch erläuterten, war der Wettbewerb wegen der Corona-Lage von Dezember auf Januar verschoben worden. Ein Glück sei gewesen, dass Präsenzunterricht stattfinden konnte. „Lautes Lesen ist eine Schlüsselkompetenz“, so viel steht nach Meinung der beiden Lehrer fest und im Anschreiben des Wettbewerb-Teams an die Lehrer der teilnehmenden Schulen ist zu lesen: „Lautes Lesen ist ein wichtiger Schritt zur Entwicklung der Lesekompetenz“. Für das Lesen begeistern, beim Vorlesen mit Stimme und Betonung experimentieren und gemeinsam in die Welt fantastischer Geschichten abtauchen, all dies wollen die Wettbewerbsveranstalter für die 6. Klassen erreichen. Mit Erfolg, wie die beiden Lehrer bestätigen, denn die Kinder tauschen sich über Bücher vermehrt aus und haben Spaß. „Mit Lesen weiterkommen“ ist das Motto der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, deren Wettbewerb alljährlich 600.000 Kinder aus 6. Klassen in 7.000 Schulen erreicht. Im Sommer soll das Finale in Berlin stattfinden. Hannelore Nowacki







