Politik auch mal selbst machen

Politik zum Anfassen erlebten Schüler der Heinrich-Metzendorf-Schule bei einem Besuch in Berlin. Foto: oh
BENSHEIM – In Freiheit leben zu können, das ist das höchste Gut und Demokratie ist der Garant für diese Freiheit. Das lernte die Schüler der Heinrich-Metzendorf-Schule bei einer fünftägigen Studienfahrt in Berlin. Mit vier Klassen ging es dafür per Bus in die Bundeshauptstadt. Während es den Schülern im theoretischen Politikunterricht nicht immer leicht fällt, sich politische Zusammenhänge vorstellen zu können, wurde dies durch den Plan der Studienfahrt mit „Lernen an einem anderen Ort“ zu einem vollen Erfolg. Die insgesamt 34 teilnehmenden Mädchen und Jungen im Alter zwischen 16 und 19 Jahren erlebten vor Ort zusammen mit ihren Betreuern Politik zum Anfassen. Zwei Schwerpunkte des Wochenprogramms zeigten hier besondere Wirkung. Dies war zum einen der Besuch im Bundesrat. Dort wurde in einem Rollenspiel nachvollzogen, wie unser föderalistisches System funktioniert. Am schülernahen Beispiel eines Gesetzesentwurfs zum fiktiven Thema „Führerschein mit 16 Jahren“ schlüpfte man in die Rolle der Ländervertreter und diskutierte engagiert. Dass es dabei nicht nur zum einem einfachen und weniger reflektierten Ja aus Sicht der Schüler kam, die natürlich möglichst früh die Fahrlizenz in der Tasche haben wollen, verhinderte ein Referent des Bundestages. Er half bei den Gruppenvorgesprächen ein wenig auf die gedanklichen Sprünge, indem er Länderinteressen soufflierte und plötzlich einen weitaus größeren Blickwinkel auf das Thema möglich machte. Überhaupt die Gebäude betreten und besichtigen zu dürfen, die auch von den realen Machern bundesdeutscher Politik benutzt werden, erstaunten vor allem die Migranten unter den Metzendorf-Schülern. In ihren Ländern sind das vollkommen abgeschottete, intransparente Bereiche, die der normale Bürger nie zu Gesicht bekommt.
Ein Besuch in der hessischen Landesregierung und im Bundestag ergänzte diese positive Wahrnehmung des politischen Systems in Deutschland. Dass das nicht immer so war, lernten die Schüler durch den Besuch von Hohen-Schönhausen. Das frühere Gefängnis der DDR, in dem Inhaftierte jeglicher Rechte beraubt waren, zeigte drastisch die Schattenseite deutscher Geschichte. zg






