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09.44 Uhr | 26. September 2019
SPD und Freie Wähler stellen ihren Bürgermeisterkandidaten vor

Parteiloser Sascha Holdefehr tritt gegen Amtsinhaber an

Alle zeigten sich glücklich: Walter Öhlenschläger (Freie Wähler), der gemeinsame Bürgermeisterkandidat Sascha Holdefehr und Horst Menger (SPD). Foto: Hannelore Nowacki

GROSS-ROHRHEIM – Der Wahlkampf kommt auf Touren – Bürgermeister Rainer Bersch hat einen Gegenkandidaten bekommen, der den Bürgern von SPD und Freien Wählern zur Wahl empfohlen wird. Schon länger knirscht es zwischen dem Amtsinhaber, der selbst der SPD angehört, und seiner Partei, aber auch bei den Freien Wählern steht er hinsichtlich Amtsführung und Entscheidungen in der Kritik. Nun haben sich die beiden Parteien entschlossen, einen gemeinsamen Kandidaten zu aufzustellen. Der parteilose 47-jährige Sascha Holdefehr hat die Handballer des TV Groß-Rohrheim als erfolgreicher Trainer zu Meisterehren geführt, bei der Wahl am 15. März 2020 soll er Bürgermeister werden. In der Gaststätte „Hessischer Hof“ waren in bester Stimmung Vertreter beider Fraktionen und Mitglieder anwesend, der SPD-Fraktionsvorsitzende und Vorstandsmitglied Horst Menger, Peter Heß, Vorsitzender der Gemeindevertretung und Erster SPD-Vorsitzender sowie Walter Öhlenschläger Erster Vorsitzender und Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler/Bürger für Groß-Rohrheim nahmen Stellung. Der Bürgermeisterkandidat war mit Frau und Kindern gekommen.

Sascha Holdefehr, der gemeinsame Bürgermeisterkandidat von Groß-Rohrheimer SPD und Freien Wählern und Herausforderer des Amtsinhabers, strahlte bei seiner Vorstellung gute Laune aus. Foto: Hannelore Nowacki

Die CDU habe sich noch nicht durchgerungen den Kandidaten zu unterstützen, bedauerte Menger, doch Holdefehr selbst hofft noch. SPD-Mann Menger fasste zu Beginn die Zielrichtung zusammen: „Wir sind der Meinung, dass sich auf dem Bürgermeisterstuhl etwas tun sollte“. Das Tuch zwischen Bersch und den Gemeindevertretern sei zerschnitten. Gegen den Amtsinhaber anzutreten sei sportlich, aber machbar, zeigte sich Menger zuversichtlich, denn: „Es muss was passieren“. Öhlenschläger hatte eine lange Wunschliste, die als Kritik am gegenwärtigen Bürgermeister angelegt war – der finanzielle Engpass solle aufgelöst werden, Versprechen gegenüber Bürgern und Vereinen eingehalten werden, es solle in Groß-Rohrheim weitergehen. Heß geht davon aus, dass Groß-Rohrheim ein Ausgaben- und ein Bürgermeisterproblem habe. Groß-Rohrheim werde mit Holdefehr zu alter Blüte zurückfinden, erhofft sich Heß, Groß-Rohrheim sei früher immer ein Vorbild gewesen. Für den Finanzengpass der Gemeinde Groß-Rohrheim, die zu Streichungen im Haushalt geführt hatten, benannte Öhlenschläger die freiwilligen Ausgaben, von denen es zu viele gebe. Holdefehr skizzierte als Ziele, dass jeder weiß, woran er ist, er stehe für Transparenz und Wertschätzung der Mitarbeiter ein. Der Diplom-Finanzwirt, mit jahrzehntelanger Erfahrung im Finanzwesen und zurzeit beim Finanzamt in Darmstadt tätig, betont, dass er auch im Personalbereich Erfahrung habe, so war er beim Finanzamt in Frankfurt stellvertretener Ausbildungsleiter und bringe einige Jahre Personalerfahrung mit. In einer öffentlichen Parteiversammlung hatte sich Holdefehr bereits mit Ideen vorgestellt, ebenfalls Bürgermeister Bersch. In einer nicht öffentlichen Mitgliederversammlung am 12. September dann die Entscheidung für ihn als Bürgermeisterkandidat.  Keine Zeit verlieren wollen Kandidat und Unterstützer. Schon am Donnerstag, ein Tag nach der offiziellen Vorstellung, soll ein Wahlkampfteam zusammengestellt werden, so schnell wie möglich will Holdefehr sein Wahlprogramm präsentieren. Wie er den Wahlkampf führen will, hat Holdefehr skizziert: Er will von Tür zu Tür gehen, um mit den Menschen zu sprechen. „Gesund alt werden in Groß-Rohrheim“ ist sein Anliegen, die Ansiedlung eines Fitness-Studios und die ärztliche Versorgung hat er dabei im Blick, jungen Leuten etwas bieten und Groß-Rohrheim insgesamt attraktiver machen strebt er an. Menschen ohne Pflegegrad sollen für Fahrten zum Arzt ehrenamtliche Unterstützung erhalten. Mit seinem Ansatz die Gewerbesteuer zu senken, will Holdefehr mehr Firmen anziehen, aber ohne große Hallen, und die Firmen sollen hier ihren Hauptsitz haben. Seine sportliche Familie hofft, dass er auch als Bürgermeister weiterhin im Handball aktiv sein werde. Auf jeden Fall werde er die Jugend weiter trainieren, das habe er vor. Seinen zwölfjährigen Sohn Silas freut das, denn der Vater trainiert auch seine Mannschaft. Der Handballsport liegt in der Familie, Tochter Hannah, 19 Jahre, ist am Ball,  ebenso Ehefrau Nicole, die bei der Gemeinde Biblis arbeitet. Seit zwölf Jahren wohnt Sascha Holdefehr in Groß-Rohrheim, sehr viel länger schon hat er nach eigenen Angaben hier TV-Handballer trainiert, weshalb er in Groß-Rohrheim vielen Menschen bekannt sei. Hannelore Nowacki

Familie Holdefehr ist sportlich im Handball engagiert und unterstützt die Kandidatur von Sascha Holdefehr. Foto: Hannelore Nowacki

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Geschrieben in Groß-Rohrheim, Lokal

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