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10.51 Uhr | 10. März 2015
Landratskandidat Dirk Hennrich mit IG-Pro-Schiene Mitglied unterwegs durch den Kreis Bergstraße

„Öffentlicher Nahverkehr als wichtige Lebensader eines ganzen Kreises“

Die-Linke-Landratskandidat Dirk Hennrich informierte sich vor Ort über den ÖPNV im Kreis. Foto: oh

Die-Linke-Landratskandidat Dirk Hennrich informierte sich vor Ort über den ÖPNV im Kreis. Foto: oh

KREIS BERGSTRASSE – „Ausschließlich mit dem ÖPNV von A nach B zu kommen, auf einem möglichst kurzen, zeitsparenden Weg, ist als Kunststück zu bezeichnen“, so Landratskandidat Dirk Hennrich zu seinem tagesfüllenden Ausflug durch den Kreis.

Von Weinheim quer durch den Kreis Bergstraße war die Devise. Schön wäre gewesen, per S-Bahn von Wald-Michelbach über Weinheim bis Viernheim zu fahren, was nach der Erschließung des vorderen Odenwalds durch die Schiene ursprünglich mal möglich war und über Lampertheim erst in Worms endete. Doch die Touristische Nutzung der Überwaldbahn durch die Draisine lässt dies leider, zumindest bis Weinheim, nicht zu. „Und das alles nur aufgrund der Idee, die Bahnfreunde mit einem Spielzeug ruhig stellen zu wollen“, so das Mitglied von IG-Pro Schiene. Doch der Schuss sei nach hinten losgegangen, Unmut kam auf, so zauberte man schnell die Begründung des Trassenerhaltes aus dem Hut. Das war auch nicht das einzige stillgelegte oder wenig sinnvoll genutzte Schienennetz, das Hennrich zu sehen bekam. Hier sei als Beispiele die OEG Strecke, die bei Viernheim direkt am Neubaugebiet vorbei führt, zu nennen, obwohl Güterverkehrsschienen direkt ins Neubaugebiet verlaufen, oder die stillgelegte Trasse zwischen Lampertheim und Worms, dessen Teilstück nur noch als Rangierstrecke bis zum RWE-Umspannwerk genutzt wird.

Positiv anzumerken waren schöne und praktisch gestaltete Bahnhöfe, wie der OEG-Bahnhof in Viernheim, der unter Bürgermeister Baaß sein Gesicht erhielt, oder der Busbahnhof in Worms  Rheinland Pfalz, welcher geräumig, übersichtlich und ansprechend direkt in Anbindung zum Schienenverkehr liegt. Zu kurz gedacht sei es auch, Bahnhofsgelände und Bahnhofsgebäude zu veräußern, wie z.B. in Lampertheim. Der verkaufte Bahnhof liegt nun brach und ist weit von einer sinnvollen Nutzung entfernt. „Hier wäre die Unterbringung einer Mobilitätszentrale mit Bistro eine gute Idee gewesen“, so Sven Grahner von IG-Pro-Schiene. Oder das Bahnhofsgebäude in Hofheim, welches sich mittlerweile in einem optisch wirklich schlechten Zustand befindet.

„Auch ist eine Taktung von einer geschlagenen Stunde innerhalb des ÖPNV inakzeptabel. Nehmen wir hier die „Nibelungenbahn“ von Worms nach Bensheim, da ist eine Taktung von 30 Minuten dringend erforderlich, was auch für die Busverbindung von Bensheim nach Heppenheim gilt“, wirft Landratskandidat Dirk Hennrich mit Nachdruck ein. „Für einen attraktiven Nahverkehr muss eine Taktung zwischen 20 und 30 Minuten gewährleistet sein, alles andere sei ÖPNV Verhinderung, nichts anderes als ein Versuch den Bürgern Bus und Bahn vergällen zu wollen“.

Gut vernetzten und attraktiven ÖPNV gestalten

Als Beispiel für eine systematische Verschlechterung gelte auch die Buslinie 642 (Biblis – Worms über Wattenheim, Nordheim und Hofheim), diese soll zukünftig nur noch bis Hofheim fahren. Die Bürger müssten dann in die Nibelungen Bahn umsteigen um nach Worms zu gelangen. In diesem Fall sei es wichtig, den Bahnhof in Hofheim nach dem Vorbild Viernheim auszubauen und einen 30-minütigen Taktknotenpunkt einzurichten. Der Bahnhof könnte dann von den Stadtbussen aus Lampertheim und Bürstadt, stündlich versetzt, von den Regionalbuslinien 642 und 643 angefahren werden.

Oder nehmen wir die Bushaltestelle Kreiskrankenhaus Heppenheim, diese ist für Besucher und auch Patienten eine Zumutung aufgrund der zu großen Entfernung bis zum Krankenhaus, ironisch gesagt rentiert es sich hier noch ein Taxi zu bestellen!

Der Kreis Bergstraße hat gemeinsame Grenzen zu vier Nachbarlandkreisen und den zwei Nachbarstädten Mannheim und Worms. Vor allem der öffentliche Verkehr in die Nachbarkreise ist mitunter sehr schlecht. Oft endet der ÖPNV vor der Kreisgrenze und es fehlen direkte, weiterführende Verbindungen. Missstände, die es hin zu einer guten Vernetzung zu ändern gilt.

„Derzeit sind steigenden Nutzerzahlen im öffentlichen Nahverkehr zu verzeichnen, zudem werden täglich, bundesweit die Straßen um rund 20 Millionen Autofahrten entlastet. Auch ist es bekannt, dass Städte/Gemeinden im Zuge eines attraktiven ÖPNV wachsen, der schleichende Abbau des ÖPNV und der Schiene bewirkt den Rückzug aus der Fläche in die Städte, worunter die Entwicklung ländlicher strukturschwacher Regionen besonders leidet! Der Bund sorgt dafür, dass der Nahverkehr ausblutet, weil finanzielle Mittel im Zuge der Schuldenbremse nicht ausreichend erhöht werden. Dies gilt es zu stoppen und hier sehe ich dringenden Handlungsbedarf“, so Hennrich. zg

 

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Geschrieben in Worms

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