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12.22 Uhr | 12. März 2021
POLIZEI: Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Südhessen 2020 liegt vor 

Niedrigste Fallzahlen, beste Aufklärungsquote, geringe Kriminalitätsbelastung

SÜDHESSEN – Nach einer seit 2016 konstanten Reduzierung der Fallzahlen bei gleichzeitig kontinuierlicher Steigerung der Aufklärungsquote zeigt sich Polizeipräsident Bernhard Lammel mit der Polizeilichen Kriminalstatistik 2020 sehr zufrieden. Erneut hat gute, beständige und professionelle Polizeiarbeit zu dem positiven Ergebnis geführt. Die Kriminalitätsbelastung konnte noch einmal deutlich gesenkt werden. Noch nie war die Gefahr in Südhessen Opfer einer Straftat zu werden, so gering.

„Sicher muss man das Ergebnis der PKS 2020 vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie betrachten, die auch Einfluss auf die Kriminalitätsentwicklung genommen hat und einen Vergleich mit den Vorjahren nur bedingt möglich macht. Social Distancing und das Herunterfahren des öffentlichen Lebens haben sich auf die Kriminalität ausgewirkt. Doch die Corona-Pandemie hat nicht zwangsläufig zu einem Rückgang der Straftaten geführt, sondern vielmehr zu einer Deliktsverlagerung“, so Polizeipräsident Lammel zum Einfluss der aktuellen Pandemie.

„Ausschlaggebend für das gute Ergebnis der PKS ist, unabhängig von der Pandemie, die harte Arbeit aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Polizeipräsidiums Südhessen, die mit ihrem täglichen Einsatz, ihrer Flexibilität und ihrem hohen Engagement für die Sicherheit und der damit verbundenen Lebensqualität der südhessischen Bürgerinnen und Bürger einen entscheidenden Beitrag geleistet haben. Trotz der neuen intensiven und zuvor noch nie dagewesenen Herausforderungen in Zusammenhang mit der Pandemie, sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Polizeipräsidiums Südhessen besonnen mit der neuen Situation umgegangen und haben sowohl die neuen Aufgaben als auch die tägliche Arbeit vorbildlich erledigt“, betont Polizeipräsident Lammel lobend und bedankt sich gleichzeitig für die gute Arbeit.

So konnte das Polizeipräsidium Südhessen in 2020 bereits das vierte Jahr in Folge einen Rückgang der Fallzahlen verzeichnen. Seit 2016 haben sich die Straftaten von 46.416 auf 39.936 Fälle reduziert und sind damit um beachtliche 16 Prozent gesunken. Gleichzeitig zu der Fallreduzierung konnte die Aufklärungsquote von 60,2 Prozent in 2016 auf 65,8 Prozent gesteigert werden.

Betrachtet man das Gesamtstraftatenaufkommen, so ist festzustellen, dass Straftaten mit Bereicherungsabsicht 51 Prozent aller Straftaten ausmachen. Die Motivation zur Begehung von Straftaten liegt demnach überwiegend in einer Geld- und Vermögensanreicherung. Hierbei bilden Diebstahlsdelikte mit 32 Prozent den Schwerpunkt.

Südhessen sicherste Region 

Die Reduzierung der Straftaten führt auch zu einer geringeren Kriminalitätsbelastung. Diese drückt sich in der Häufigkeitszahl aus und gibt die Straftaten pro 100.000 Einwohnern in einem Jahr an. Die Häufigkeitszahl beträgt in Südhessen 3.629 und liegt damit deutlich unter dem Landesschnitt von 5.446. Bereits das dritte Jahr in Folge ist Südhessen die sicherste Region in Hessen. Darmstadt ist sicherste kreisfreie Stadt. Im Ranking der Landkreise sind der Odenwaldkreis, als sicherster Landkreis, der Landkreis Darmstadt-Dieburg (Platz 3) und die Bergstraße (Platz 5) erneut unter den ersten fünf.

Insgesamt konnten 19.528 Tatverdächtige ermittelt werden, die für 26.274 Fälle verantwortlich waren. Von allen ermittelten Tatverdächtigen hatten 7.294 Personen (37,4 %) keine deutsche Staatsbürgerschaft, von diesen wiederum waren 1.360 Personen Zuwanderer. Der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen ist konstant. Er hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte verringert. Knapp 18 % aller Tatverdächtigen waren unter 21 Jahren. 

„Besonders freut es mich, dass wir die Anzahl der Wohnungseinbrüche seit 2016 halbieren konnten“, so Bernhard Lammel. Von den insgesamt 663 in 2020 registrierten Taten handelte es sich bei 300 Fällen (45,2 % aller Taten) um Versuche. Hier zeigt sich ganz klar, dass neben intensiven polizeilichen Maßnahmen und anhaltendem Kontrolldruck auch Prävention, insbesondere die mechanische Objektsicherung eine entscheidende Rolle spielt. Nach wie vor gilt es, potentiellen Tätern die Möglichkeiten zu erschweren, schnell in ein Objekt zu kommen.

„Ein Teil des deutlichen Rückgangs der Fallzahlen von 915 im Vorjahr auf 663 Fälle ist sicher der Corona-Pandemie zuzuschreiben. Wohnungen und Häuser waren aufgrund von Lockdown, Homeoffice und Urlaub zu Hause nahezu immer bewohnt und durch Grenzkontrollen oder auch zeitweise Schließungen blieben ausländische reisende Tätergruppierungen aus“, erklärt Polizeipräsident Lammel den signifikanten Fallrückgang von 27,5 Prozent beim Wohnungseinbruch. Besonders erfreulich ist die Aufklärungsquote von 35,6 Prozent, die den Bestwert in Hessen darstellt und deutlich über dem Landesdurchschnitt von 19 Prozent liegt.

Die Straßenkriminalität umfasst eine Vielzahl von Delikten, die im öffentlichen Raum begangen werden und damit wesentlich zur Verunsicherung der Bevölkerung beitragen. Seit dem Start der intensiven Bekämpfung der Straßenkriminalität im Herbst 2017 ist ein Rückgang der Straßenkriminalität um beachtliche 18,6 Prozent zu verzeichnen. Die Sicherheit im öffentlichen Raum hat sich dadurch deutlich verbessert.

Die Diebstahlsdelikte haben zwischen 2018 mit 18.459 Fällen und 2020 mit 12.709 Fällen um über 31 Prozent abgenommen. Die Fallzahlen sind damit auf dem niedrigsten Stand im Langzeitvergleich. Parallel zur Fallreduzierung konnte die Aufklärungsquote im gleichen Zeitraum von 34,2 auf 41,2 Prozent gesteigert werden. 

Besorgt zeigt sich Polizeipräsident Bernhard Lammel hingegen über die Zunahme der Rohheitsdelikte. Unter dem Überbegriff sind Raubstraftaten, Körperverletzungsdelikte sowie Straftaten gegen die persönliche Freiheit summiert. Waren es 2015 noch 5.169 Straftaten, so mussten 6.535 Fälle in 2020 registriert werden. Auch der Anteil der Rohheitsdelikte am Gesamtstraftatenaufkommen ist in den letzten drei Jahren von 13,3 Prozent in 2018 auf aktuell 16 Prozent gestiegen. „Der Anstieg der Zahlen korrespondiert mit der allgemeinen Verrohung der Gesellschaft, gesteigertem Konfrontationsverhalten und gleichzeitig steigender Respektlosigkeit. Diese Phänomene sind sowohl im direkten Kontakt als auch in den sozialen Netzwerken vermehrt festzustellen. Bedrohungen von politischen Mandatstägern oder Hate Speech nehmen feststellbar zu. „Diesen Tendenzen gilt es konsequent entgegenzuwirken und von staatlicher Seite frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen. Die Polizei ist hier das letzte Glied in der Kette und kann meist nur auf aktuelle Situationen reagieren und diese bereinigen. Das Kind ist dann aber bereits in den Brunnen gefallen“, so Lammel.

Mit dieser Entwicklung geht auch die Zunahme der Körperverletzungsdelikte einher. Mit 4.387 Fällen befinden sich diese auf höchstem Niveau im Langzeitvergleich. ots

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Geschrieben in Worms

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