Mutig und ein großes Herz für Kinder

Bülent Ceylan zeigte sich als begeisterter und nachdenklicher 35. Courage-Ordens-Träger. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT –
Ansturm auf das Bürgerhaus am Sonntagnachmittag beim Ordensfest des Heimat- und Carneval-Vereins Bürstadt (HCV) – im großen Saal standen dicht gedrängt Tollitäten und gekrönte Häupter im Festornat, Abordnungen von Vereinen in Galauniformen und viele, viele Bürger aus Bürstadt und der Region, die sich beim HCV angemeldet hatten, um ihn zu erleben – den Comedian, der Stadien mit 40.000 Zuschauern füllt und nun in Bürstadt zum Greifen nahe war: Bülent Ceylan. Zur Verleihung des 35. Courage-Ordens des HCV war er gekommen, eine Auszeichnung für Menschen, die Haltung zeigen, die positive Zeichen setzen, Menschen, die Courage zeigen wie Bülent Ceylan Jutta Fleck und Franz Lambert, Menschen, die sich in besonderer Weise für andere einsetzen, erklärte HCV-Vorsitzender Frank Reichmann dem Publikum. Bülent Ceylan setzt sich mit seiner Stiftung für Kinder seit zwei Jahren für Kinder in Not ein, daneben unterstützt er die Aidshilfe und andere soziale Projekte. HCV-Vorsitzender Reichmann rief ergriffen aus: „So voll war es noch nie“. 600 Anmeldungen waren gelistet. Tatsächlich brauchte es vor der Bühne eine Seilabsperrung und später war Bodyguard Ali mit weiteren Sicherheitskräften gefragt, um alle Autogramm- und Selfiwünsche der Reihe nach zu ermöglichen. Eine Durchsage rief dann alle Kinder vor die Bühne zu Bülent Ceylan. In seiner Dankesrede kam Bülent Ceylan in Fahrt, Auge in Auge mit seinem begeisterten Publikum.

Eine Ordensverleihung und Feier mit großem Geleit – bis in den letzten Winkel füllten Mitwirkende und Gäste die Bühne im Bürgerhaus aus. Foto: Hannelore Nowacki
Bülent Ceylan ist umwerfend witzig, forderte geradezu „Standing Ovations“ heraus und als „Mannheimer Türk“ ist er natürlich perfekt im dortigen Dialekt, davon konnten sich auch die Besucher am Sonntagnachmittag im Bürstädter Bürgerhaus bei der Verleihung des Courage-Ordens überzeugen und kräftig mitlachen. Den Bürstädtern machte er ein besonderes Kompliment: „Bei euch kann ich mehr so redde wie ich redd“. Und er setzte noch eins drauf: „Ich loss mir die Gosch net verbiete – so sind wir in der Region, ich glaube, das ist ganz wichtig“. Dass er „ein gewisses Alter“ habe, meinte Bülent Ceylan neckisch. Schließlich knickte er ein und gestand, dass er nicht Anfang 30, sondern im Januar 43 geworden sei. Schon einmal war er in Bürstadt, den Rasen habe er kaputt gemacht, das habe er damals gelesen. „Da hab ich mich nach Bäschdadd nicht mehr so getraut“. Bülent Ceylan wagt sich jedoch an hochentzündbare Themen, sei es die politische Lage im Heimatland seines verstorbenen Vaters, die Frauen „mit was dran“ und auch zum Bürgermeisterwahlkampf in Bürstadt hat er eine Meinung. Bülent Ceylan hat eine starke nachdenkliche Seite, die immer dann zum Vorschein kommt, wenn es um Kinder und seine Familie geht und auch nachdem ihm HCV-Präsident Patrick Brenner den Courage-Orden umgelegt hatte. In seiner Dankesrede, die dem Publikum einen energetischen Schub voller Witz und tiefgründigem Humor bescherte und dem Comedian die Schweißperlen auf die Stirn trieb, erklärte er den Zuschauern auch, dass er mit der Gründung seiner „Bülent Ceylan für Kinder Stiftung“ vor zwei Jahren unter dem Dach der Sparkasse etwas Nachhaltiges schaffen wollte, etwas von Bestand. „Ich habe Gott sei Dank gesunde Kinner“, ließ er das Bürstädter Publikum wissen und „eine tolle Fraa“ habe er auch, doch weder Kinder noch Frau poste er dauernd auf Instagram. Auch das brachte ihm brausenden Applaus ein. Als Laudator sprach der Courage-Ordensträger aus dem Jahr 2013 Franz Lambert, eine außergewöhnlich einfühlsame und unterhaltsame Rede, die Bülent Ceylan zu Tränen rührte, wie er dem Publikum gestand. Dass man sich als Mann auch Tränen leisten kann, machte er sogleich deutlich: „Ein Mann bleibt ein Mann“. Später folgte eine herzliche Umarmung der beiden Männer. Bülent Ceylan sagte zur Lobesrede: „Es war die schönste Laudatio, die ich je in meinem Leben gehört habe“. Das war auch so beim Publikum angekommen, das diese besondere Laudatio mit großem Applaus belohnte. Franz Lambert, weltweit aktiver Musiker, der mit seiner berühmten weißen Orgel schon in Stadien vor 80.000 Menschen spielte, setzte sich auch im Bürgerhaus an das weiße Original und spielte „Ein bisschen Spaß muss sein“ für die Gardemädchen, die nach dem Überraschungscoup mit der attraktiven Bauchtänzerin Fatima Jones über die Bühne wirbelten. Bürgermeisterin Barbara Schader sprach in ihrem Grußwort von Heimat und Bindung, von den Wurzeln, die Bülent Ceylan in der Region habe und hob die Bedeutung seiner Stiftung im Sinne von Nachhaltigkeit hervor. Landrat Christian Engelhardt erntete mit seinem humorvollen Grußwort Lob und Applaus. HCV-Vorsitzender Frank Reichmann bestätigte ihm Talent als Büttenredner und Bülent Ceylan meinte beeindruckt, an den Landrat gerichtet: „Ich habe noch nie eine so witzige Rede von einem Politiker gehört“. Nach der Ordensverleihung und seinem Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Bürstadt stürmte auf Bülent Ceylan eine riesige Schar von Fans jeden Alters ein, überglücklich über ein Autogramm oder Handyfoto mit ihm. Hannelore Nowacki







