Martin Luther und 500 Jahre Reformation
Der Vorstand des Evangelischen Bundes Lampertheim stellte seine Arbeit vor und informierte über die Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum: Holger Schinz-Sauerwein (Schriftführer), Lieselotte Beck (Finanzen), Meinrad Schnur (1. Vorsitzender), Ursula Weyand (Mitgliedsbeiträge) und Christoph Sémon (2. Vorsitzender). Foto: Hannelore NowackiLAMPERTHEIM – Vor 500 Jahren hat Martin Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg geheftet, so wird es überliefert. Nicht er allein war der Reformator, doch er hat die lateinische Bibel in eine deutsche Sprache übersetzt, die auf diese Weise erstmals in allen Regionen Deutschlands verstanden werden konnte. Die Lampertheimer Protestanten haben nun die Gelegenheit, in Veranstaltungen und Gottesdiensten dem Reformator und der Reformation im Rahmen besonderer Themenstellungen näher zu kommen. Martin-Luther-Gemeinde und Lukasgemeinde wie auch der Evangelische Bund mit der Gemeindegruppe Lampertheim beteiligen sich am Reformationsjubiläum mit einer eindrucksvollen Vielfalt an Veranstaltungen für alle Generationen. Beim Pressegespräch, zu dem der Vorstand des Evangelischen Bundes ins Martin-Luther-Haus eingeladen hatte, wurden die bevorstehenden Termine bekanntgegeben und erläutert. Vorstandsvorsitzender Meinrad Schnur gab einleitend einen Überblick über die Geschichte des Evangelischen Bundes und seine Ziele im Wechsel der Zeit. 1886 wurde der Evangelische Bund in Erfurt in Reaktion auf den politischen Katholizismus der Zentrumspartei und der 1867 gegründeten Fuldaer Bischofskonferenz gegründet, in Lampertheim gibt es ihn seit 1905. Eine beachtliche Mitgliederentwicklung setzte in Deutschland ein. 1887 hatte der Bund 10.000 Mitglieder, 1895 schon 100.000 Mitglieder und vor Beginn des 1. Weltkrieges 1914 konnte sich der Evangelische Bund auf 500.000 Mitglieder stützen. Aufwärts ging es auch in Lampertheim. In den 1920er Jahren zählte der Evangelische Bund 700 Mitglieder und erlebte nach dem 2. Weltkrieg eine weitere Blütezeit mit 500 Mitgliedern. Bei Ausflügen seien meist fünf Busse voll geworden. Kontinuierlich sanken dann die Mitgliederzahlen auf 350 im Jahr 1980. Nur noch 58 Mitglieder waren es im vergangenen Jahr. Heute sei das Motto „evangelisch und ökumenisch“, betonte Schnur, aber auch innerhalb des Protestantismus gehe es um Zusammenarbeit, um eine versöhnende Verschiedenheit. Der Luther-Nachmittag des Evangelischen Bundes am 12. Februar im großen Saal des Martin-Luther-Hauses folgt der Tradition mit einem Vortrag des Theologen und Historiker Pfarrer a. D. Dr. Walter Fleischmann-Bisten, der das Konfessionskundliche Institut Bensheim leitet. Sein Thema zum Jubiläum: „Außer Thesen nichts gewesen? 500 Jahre Reformation“. Wie gewohnt, gibt es Kaffee und Kuchen, da es ein besonderer Anlass ist, findet diesmal zusätzlich ein Sektempfang statt. Dem kürzlich verstorbenen Ehrenvorsitzenden Helmut Jakob wird gedacht werden. Am Sonntag, 8. Oktober sind die Mitglieder des Evangelischen Bundes zur Mitgliederversammlung mit Vorstandswahlen eingeladen und am 15. Oktober lebt nach zehn Jahren der gute Brauch wieder auf, gemeinsam mit dem Bus einen Ausflug zu unternehmen. In Heidelberg erleben die Ausflügler die Heilig Geist Kirche mit einer Führung durch „die Kathedrale der Reformation“, wie Schriftführer Holger Schinz-Sauerwein erklärte. Dabei komme es auf das Gemeinschaftserlebnis mit Gesprächen an, im Bus und bei der Einkehr, alternativ stehe der restliche Nachmittag zur freien Verfügung. Vorstandsmitglied Ursula Weyand, Tochter des verstorbenen Helmut Jakob, ist zuständig für die Einholung der Mitgliedsbeiträge. Mit den vorwiegend älteren Mitgliedern, die das persönliche Gespräch sehr schätzen, unterhalte sie sich bei ihren Besuchen gerne, erzählte sie. Der Vorstand, seit drei Jahren im Amt und aus beiden Gemeinden kommend, würde sich über neue Mitglieder freuen und hofft, dass der Zuwachs gelingt. Hannelore Nowacki
Information
Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum in Lampertheim
24. Januar, 19.30 Uhr: Elternabend für Kita-Eltern: „Martin Luther – vom Kind zum Reformator“.
26. Januar, 19.30 Uhr: Kneipengespräche im „London Pub“ mit Pfarrer Ralf Kröger und Roland Marke, 1. Vorsitzender des Lampertheim Classics Vereins.
30. Januar, 19 Uhr: Luther und die Reformation – Vortrag von Pfarrer Arne Polzer, Notkirche, Römerstraße 94.
31. Januar bis 3. Februar: Konfifreizeit in Worms: „Hier stehe ich, ich kann noch ganz anders“. Vorbereitung des Vorstellungsgottesdienstes.
7. Februar, 19.30 Uhr: Wettstreit der Reformatoren – Luther kam als Zweiter ans Ziel“. Die gewundenen Pfade bis zur ersten reformatorischen Bibelübersetzung in deutscher Sprache. Frauen- und Gemeindekreis mit Pfarrer Roland Schein. Öffentlich, im Martin-Luther-Haus.
12. Februar, 14.30 Uhr: Luther-Nachmittag des Evangelischen Bundes im Martin-Luther-Haus mit Sektempfang, Kaffee und Kuchen, Vortrag von Dr. Walter Fleischmann-Biesten „Außer Thesen nichts gewesen? 500 Jahre Reformation“. Gäste sind herzlich willkommen.
5. März, 10 Uhr: Konfi-Vorstellungsgottesdienst in der Martin-Luther-Kirche „Luther live“.
13. März: Ausflug der Kita-Kinder nach Worms: „Guck mal, wer da steht!“
13. März, 19.30 Uhr: Kneipengespräch im „London Pub“
21. März, 20 Uhr (nach der Passionsandacht um 19.30 Uhr): „Luther ist nicht die Reformation“. Die Reformation als vielgestaltiges europäisches Ereignis Teil 1. Frauen- und Gemeindekreis mit Pfarrer Roland Schein. Öffentlich, im Martin-Luther-Haus.
26. März, 10 Uhr: Deutsche Messe nach Martin Luther von 1526 mit Kirchenchor, Chor Mosaik, Chören des Dekanats in der Domkirche.
31. März, 19 Uhr: Kirchenkino, Filme zum Lutherjahr, Pfarrer Stefan Geil, Notkirche, Römerstraße 94.
4. April, 20 Uhr (nach der Passionsandacht um 19.30 Uhr): „Luther ist nicht die Reformation“. Die Reformation als vielgestaltiges europäisches Ereignis Teil 2. Frauen- und Gemeindekreis mit Pfarrer Roland Schein. Öffentlich, im Martin-Luther-Haus.
14. Mai, 10 Uhr: Sonntag Kantate: „Sing mit Luther“ – Lieder der Reformation
21. Mai, 10 Uhr: Gottesdienst zur Verabschiedung der Kita-Vorschulkinder mit Vorstellung der Playmobilinstallation zu Luthers Leben.
21. Mai, 19 Uhr: Martin Palmeris „Magnificat-Tango“. Dekanatskantorei Ried singt in der Domkirche.
25. Mai, 10 Uhr: Himmelfahrtsgottesdienst mit anschließendem Familientag in Kooperation mit der Lukasgemeinde.
30. Mai, 19.30 Uhr: „Luther und die persönliche Freiheit“. Viele Fragen und große Missverständnisse. Frauen- und Gemeindekreis mit Pfarrer Roland Schein. Öffentlich, im Martin-Luther-Haus.
5. Juni, 10 Uhr: Ökumenischer Gottesdienst zum Pfingstmontag: gemeinsam glauben.
13. Juni, 19.30 Uhr: „Was hat unser Gottesdienst mit Luther zu tun?“ Frauen- und Gemeindekreis mit Pfarrer Roland Schein. Öffentlich, im Martin-Luther-Haus.
19. Juni: Kooperationstag mit dem Lessing-Gymnasium Lampertheim. „Von der Freiheit eines (Christen-) Menschen“. Programm mit Theaterskizzen, Liedern der Freiheit und Bildern der Freiheit.
22. September, 19 Uhr: Kirchenkino, Filme zum Lutherjahr, Pfarrer Stefan Geil, Notkirche, Römerstraße 94.
7. Oktober, 19 Uhr: Jugendgottesdienst. „Alles Luther, oder was?“. Anschließend lange Jugendnacht in der Kirche.
24. Oktober, 19.30 Uhr: „Wie war das mit dem Ablass?“ Eine schwer durchschaubare katholische Lehre und ihr evangelisches Missverständnis. Frauen- und Gemeindekreis mit Pfarrer Roland Schein. Öffentlich, im Martin-Luther-Haus.
27. Oktober, 19 Uhr: Kirchenkino, Filme zum Lutherjahr, Pfarrer Stefan Geil, Notkirche, Römerstraße 94.
31. Oktober, 10 Uhr: festlicher Gottesdienst zum Reformationstag in der Martin-Luther-Kirche. Anschließend Lutherschmaus, gemeinsames Mittagessen, begleitet von Textpassagen aus Luthers Tischreden.
7. November, 19.30 Uhr: Luthertümelei – Reformationsdenken als Fehlleistung. Frauen- und Gemeindekreis mit Pfarrer Roland Schein. Öffentlich, im Martin-Luther-Haus.
9. November: „PLAY LUTHER“. Theateraufführungen in der Martin-Luther-Kirche in Kooperation mit dem Lessing-Gymnasium Lampertheim für Schüler, die Abendaufführung ist öffentlich.







