„Leisten Sie Ihren Beitrag zur Bewältigung der Krise”
Liebe Bürgerinnen und Bürger,
ich wende mich heute in einem offenen Brief an Sie, um unsere aktuelle Lage aufzuzeigen und die Erwartungen an uns alle zu formulieren. Sie alle haben seit mehreren Wochen viele Informationen zum COVID 19-SARS2- Virus erhalten. Mancher von Ihnen will es schon gar nicht mehr hören. Wir müssen aber hören. Und nicht nur das, wir müssen auch handeln.
Die Bundesregierung, wie auch die Landesregierungen, haben in dem Maße gehandelt, wie es unser Grundgesetz und unsere Landesverfassung zulassen. Abgestuft, dem aktuellen Stand angepasst und angemessen – nicht an Prognosen ausgerichtet, blockierend und damit die Grundrechte Einzelner stärker als notwendig einschränkend. Die Regierungen haben auch auf die Einsicht und Mitwirkung der Bevölkerung gebaut. Leider war das vielfach ein Trugschluss. Nicht alle Menschen unserer Gesellschaft haben den Ernst der Lage begriffen und mit Corona-Partys die Maßnahmen konterkariert.
Zwischenzeitlich musste mehrfach nachreguliert werden, um der Ausbreitung des Virus Einhalt zu gebieten und dem Verhalten der Bevölkerung klare Regeln zu geben.
Als Kommune wurden im Rahmen unserer Zuständigkeit Aufgabenstellungen formuliert, die wir mit den vorhandenen Mitteln umsetzen. Wir stellen sicher, dass die Verwaltung aktuell und zukünftig arbeitsfähig ist. Wir leisten nach wie vor die anfallenden und notwendigen Verwaltungsvorgänge. Die Kindernotbetreuung leisten wir in städtischen und konfessionellen oder freien Kindertagesstätten. Ordnungsrechtlich sind wir den Weisungen der vorgesetzten Behörden gefolgt, haben Spiel- und Sportplätze geschlossen, haben darauf hingewiesen, dass keine Menschenansammlungen stattfinden sollen, haben überprüft, dass Gaststätten und Geschäfte dem Schließungsgebot nachkamen und vieles mehr. Verstöße wurden von uns im Rahmen unserer Vorgaben angesprochen, versucht zu überzeugen und um Befolgung der Vorschriften gebeten.
Das bisherige Verhalten, das unsere Kräfte an verschiedenen Stellen in Lampertheim feststellen mussten, hat gezeigt, dass es starke Regelungen braucht, um die Verringerung der sozialen Kontakte zu erreichen. Täglich bewerten wir die Lage neu und leiten Maßnahmen daraus ab, um Ihre Sicherheit zu gewährleisten. Das kann aber nur gelingen, wenn Sie – liebe Bürgerinnen und Bürger – Ihren Teil dazu beitragen.
Bleiben Sie zuhause, vermeiden Sie Kontakte mit Menschen außerhalb Ihres unmittelbaren Lebensumfeldes. Nehmen Sie außerhalb Ihrer Wohnung oder außerhalb Ihres Hauses nur die nötigsten Erledigungen wahr. Beschränken Sie sich zum Beispiel auf Arbeiten, Einkaufen, Arztbesuch. Achten Sie auf die Hinweise des Robert-Koch-Instituts zur Hygiene und den Umgang mit dem Virus. Auf alles andere sollten Sie verzichten. Ohne Verzicht werden wir die Krise nicht meistern.
Liebe Bürgerinnen und Bürger, ohne den gemeinsamen Willen die Krise zu bewältigen, werden wir es nicht schaffen. Auch diejenigen, die bislang keine Gefahr für sich gesehen haben, sind in der Verantwortung für unsere Gesellschaft – in Lampertheim und darüber hinaus. Jeder Kontakt bietet dem Virus die Möglichkeit zur Ausbreitung. Jeder Kontakt kann tödliche Auswirkungen haben. Das ist nicht virtuell, das ist real. Lampertheim hat derzeit 21 bestätigte Coronaerkrankte. Es werden täglich mehr. Es liegt an uns, etwas dagegen zu tun.
Als Bürgermeister der Stadt Lampertheim fordere ich Sie auf, Ihren Beitrag zur Bewältigung der Krise zu leisten. Wir – meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von Verwaltung, Bauhof, über KiTa bis zur Kläranlage – setzen alles daran, unsere Strukturen zu erhalten. Tragen Sie mit uns dazu bei, dass Lampertheim Coronafrei wird.
Ihr Gottfried Störmer







