Farbenpracht am Wegesrand
Rund um Lampertheim blüht es derzeit in vielfältigen Farben. Foto: Stadt Lampertheim
LAMPERTHEIM – Die Regenmengen der vergangenen Tage bringen für unsere Region auch Gutes mit sich. Wo in der Feldflur häufig bereits im Frühjahr aufgrund der Trockenheit viele Pflanzen verdorrt sind, gedeihen in diesem Jahre die Wildkräuter und Gräser an den Straßen- und Wegerändern und Gehölzsäumen prächtig und erfreuen mit üppigem Wuchs und Blütenreichtum. Besonders augenfällig ist dies derzeit auf den Seitenstreifen entlang der Ostumgehung und den Krautsäumen der Hecken zwischen der Umgehungsstraße und den angrenzenden Siedlungen, die die Stadt als naturschutzrechtlichen Ausgleich für den Straßenbau angelegt hat.
Hier ist es besonders die Vogelwicke (Vicia cracca), die mit ihren blauvioletten Blütentrauben überall hervorsticht. Sie klettert gerne an ihren Nachbarn empor: das können Zäune, aber auch Gehölze sein, die sie manchmal fast vollständig bedeckt. Die Vogelwicke hat dazu am Ende ihrer dicht mit gefiederten Blättern besetzten Triebe dünne Ranken entwickelt. Begleitet wird sie von verschiedenen Gräsern und einer Vielzahl weiterer Blütenpflanzen. Die Blütezeit des leuchtendroten Klatschmohns hat inzwischen ihren Höhepunkt überschritten. Je nach Feuchtigkeit und Nährstoffgehalt des Bodens kommen jetzt die weißblühende Schafgarbe, Graukresse, das Taubenkropf-Leimkraut und Kanadisches Berufkraut sowie der rostrote Sauerampfer hinzu. Gelbe Akzente setzen Greiskraut, Fünffingerkraut, Nachtkerze und Johanniskraut, an warmen, sandig-steinigen Stellen auch vereinzelt die auffällige großblütige Königskerze.
Bei näherer Betrachtung fällt auf, dass sich an den Blüten der Vogelwicke eine Vielzahl von Insekten aufhalten. Nicht zu übersehen sind die dicken Hummeln, aber auch Bienen und Schwebfliegen und hin und wieder ein Tagfalter wie das orangefarbene Wiesenvögelein oder der Kohlweißling sind zu beobachten.
Da sich die Pflanzengesellschaften der städtischen Ausgleichsflächen weitgehend selbst entwickeln dürfen, verändert sich die Zusammensetzung der Arten über die Jahre nach und nach. Gehölze sind hier jedoch nicht erwünscht. Das regelmäßige Mähen ist daher unerlässlich, um die artenreichen blühenden Säume dauerhaft zu erhalten.
Die Blühstreifen sind auch Lebensraum für viele Wildtiere, bieten Wohn- und Nistplätze für Reptilien wie die Zauneidechse, kleine Säugetiere wie den Igel und bodenbrütende Vogelarten wie Rebhuhn oder Wachtel. zg







