Erster Stolperstein für verfolgten Zeugen Jehovas in Worms
Jakob Krämer – 2. von rechts – in der Schreinerei Müller (Worms, Friedrichstraße). Foto: oh
WORMS – Auch in diesem Jahr verlegt der renommierte Künstler Gunter Demnig wieder Stolpersteine in Worms. Dabei setzt er den ersten Stolperstein in der Stadt für einen Zeugen Jehovas – Jakob Krämer. Am Samstag, 22. Oktober 2016, findet um 11.45 Uhr vor dem Gebäude in der Dreihornmühlgasse 4 in Worms-Hochheim die Verlegung statt. Dort steht das Elternhaus von Jakob Krämer.
Bis heute ist es noch relativ unbekannt, dass Zeugen Jehovas mit zu den ersten Opfern der Nationalsozialisten gehörten. Bereits ab 1934 wurden sie verhaftet – damals noch eher als „Bibelforscher“ bekannt. Allein in Worms und Umgebung waren etliche Zeugen Jehovas von der Verfolgung betroffen. Davon sind bisher zehn namentlich bekannt, zwei verloren ihr Leben.
Jakob Krämer selbst wurde dreimal verhaftet und war in neun verschiedenen Haftanstalten und Konzentrationslagern, insgesamt acht lange Jahre. Die Patenschaft für den Stein wurde vom Sohn Günter Krämer und seiner Frau Erika aus Frankfurt übernommen.
Bundesweit sind für diese Opfergruppe schon über 250 Stolpersteine verlegt worden. Sie erinnern an Standhaftigkeit trotz grausamer Verfolgung. Die Opfer, die in den Konzentrationslagern mit dem lila Winkel gekennzeichnet waren, hätten gegen eine Unterschrift frei kommen können. Dies hätte jedoch Verrat und Aufgabe ihres Glaubens bedeutet. Heute gibt es in Worms drei Gemeinden von Jehovas Zeugen, zwei deutsch- und eine russischsprachige, in denen etwa 250 Personen aktiv sind. zg







