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09.36 Uhr | 2. Mai 2016
Diskussionsrunde des Jugendrat Bürstadt informiert über Gefahren

Cannabisverbot – ja oder nein?

Diskutierten im Historischen Rathaus zum Thema Cannabisverbot: Marcus Bocklet, Sozialpolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis90/Die Grünen im hessischen Landtag, Dr. med. Ursula Hebrank, Psychiaterin, Psychotherapeutin und Leitende Ärztin der Klinik Schloß Falkenhof in Bensheim Moderator und Jugendratsvorsitzender Michael Pfeifer und Dr. Ralf-Norbert Bartelt, sozialpolitischer Sprecher der CDU Fraktion im hessischen Landtag. Foto: Eva Wiegand

Diskutierten im Historischen Rathaus zum Thema Cannabisverbot: Marcus Bocklet, Sozialpolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis90/Die Grünen im hessischen Landtag, Dr. med. Ursula Hebrank, Psychiaterin, Psychotherapeutin und Leitende Ärztin der Klinik Schloß Falkenhof in Bensheim Moderator und Jugendratsvorsitzender Michael Pfeifer und Dr. Ralf-Norbert Bartelt, sozialpolitischer Sprecher der CDU Fraktion im hessischen Landtag. Foto: Eva Wiegand

BÜRSTADT – „Cannabisverbot: Schutz der Jugend oder Arbeit für den Papierkorb?“ – so lautete das Thema der Diskussionsrunde am vergangenen Freitagabend, zu der der Jugendrat Bürstadt auf Wunsch zahlreicher Jugendlicher eingeladen hatte. Ein Thema, dass schon lange diskutiert wird. So stellte sich an dem Abend zwangsläufig die Frage: Kann man erwachsenen Personen über 18 Jahren die Eigenverantwortung übertragen, über ihr Konsumverhalten selbst zu entscheiden oder macht ein Verbot mehr Sinn?

Gekommen waren jugendliche Zuhörer, aber auch einige Erwachsene zeigten Interesse für das Thema und nahmen an der Veranstaltung teil, die mit einer Fragerunde enden sollte. Unter den Diskussionsteilnehmern Marcus Bocklet, Sozialpolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis90/Die Grünen im hessischen Landtag, Ursula Hebrank, Psychiaterin, Psychotherapeutin und Leitende Ärztin der Klinik Schloß Falkenhof in Bensheim sowie Ralf-Norbert Bartelt, sozialpolitischer Sprecher der CDU Fraktion im hessischen Landtag bestand jedenfalls in einem Punkt einig: Ziel der Politik müsse es sein, den Konsum im Allgemeinen, aber auch insbesondere bei Jugendlichen, zu reduzieren. Beim Weg dahin allerdings, gingen die Meinungen auseinander. Macht es Sinn, ein Verbot überhaupt aufrecht zu erhalten, bei dem die Strafverfahren in der Regel wegen Geringfügigkeit eingestellt werden? Signalwirkung habe das Verbot, insbesondere für Jugendliche, da waren sich die Diskussionsteilnehmer einig. Dennoch plädierte Bocklet für eine Entkriminalisierung für Erwachsene. Die gesundheitlichen Auswirkungen sind jedenfalls, je jünger der Konsument und je regelmäßiger der Konsum, gravierend. Darüber konnte Hebrank ausführlich informieren. „Gerade für Jugendliche ist die Droge Cannabis besonders gefährlich, da sie die Entwicklung des Gehirn beeinträchtigt“, erklärte die Ärztin, die in ihrem Klinikalltag viele junge Menschen erlebt, deren Leben und das Leben deren Familien sich dadurch stark verändere. Auch durch Cannabiskonsum ausgelöste Psychosen seien nicht selten. Allerdings bergen auch die legal käuflichen Kräutermischungen ein großes Risiko, da man nie wisse, was eigentlich darin enthalten sei. Umso wichtiger sei Prävention und Aufklärung. „Und das sollte bereits im Kindergarten anfangen“, meinte der ehemalige Streetworker und Sozialarbeiter Bocklet. Im Anschluss an die Diskussionsrunde beantworteten die Teilnehmer Fragen aus dem Zuschauerraum. Eva Wiegand

 

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