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11.27 Uhr | 19. Oktober 2023
LIEDER MIT HALTUNG: Partnerschaft für Demokratie Lampertheim fördert Projekt der Musiker-Initiative

Auf Musik und Texte einlassen

LAMPERETHEIM – Durch Bundesmittel im Rahmen des Bundesprogrammes „Demokratie leben!“ förderte die Partnerschaft für Demokratie Lampertheim das Projekt „Lieder mit Haltung“ des Projektleiters Hans-Peter Stoll am vergangenen Donnerstag mit freiem Eintritt im Schwanensaal. Gemeinsam mit fünf weiteren Musikern der Musiker-Initiative-Lampertheim wurde ein musikalisches Abendprogramm dargeboten, das sich mit Themen wie Demokratie, Krieg, Rassismus, Verfolgung, Gleichberechtigung und Einfluss von Religionen beschäftigte. Denn Musik ist mehr als Unterhaltung. Schon immer haben Songwriter oder Bands die Musik als Kunstform genutzt, um ihre Meinung zu politischen und gesellschaftlichen Themen auszudrücken – und somit Haltung gezeigt. Aus diesem Grund lassen sich in vielen verschiedenen musikalischen Stilrichtungen wie Rock, Pop, Reggae, Punk und Kabarett Lieder finden, die klare gesellschaftliche Haltungen und Ausrichtungen transportieren.

Vergangenheit bis Gegenwart

Sich an einer Reise durch die Vergangenheit bis an die Gegenwart orientierend, führte Hans-Peter Stoll durch den Abend. Er beleuchtete, welche Themen sich zu der entsprechenden Zeit in Liedern niedergeschlagen und welche Künstler sie hervorgebracht haben. Angefangen mit Bob Dylan in den 60er Jahren, über Udo Jürgens, die Ärzte, Pink und Bruce Springsteen, bis hin zu Bodo Wartke und Lars Reichow. Gemeinsam mit Barbara Boll und Matthias Karb, der auch in die Tasten greifen durfte, wurden die Lieder interpretiert. Zusammen mit Joachim Sum an der Gitarre, Hans Heer am Bass und Hans-Jürgen Götz am Schlagzeug kam es den Musikern weniger darauf an, dem Original zu entsprechen, sondern auch in akustisch reduzierten Versionen die Texte der Lieder in den Vordergrund zu stellen. Das Publikum war dazu eingeladen, sich an diesem Abend auf Musik und Texte einzulassen, den ein oder anderen Künstler anders wahrzunehmen oder neu zu entdecken.

„Applausometer“ im Einsatz

Neben den musikalischen Highlights gab es an diesem Abend eine weitere Besonderheit. Zum ersten Mal durfte das Publikum während einer Veranstaltung der MIL mittels des sogenannten „Applausometers“ entscheiden, welches Lied die Musikerin und Musiker als nächstes spielen sollten. Während nach einer ersten Abstimmung herausgefiltert werden konnte, dass das Lied „Deine Schuld“ von den Ärzten den wenigsten Zuspruch des Publikums erhielt, musste für die Lieder „Sage Nein“ von Konstantin Wecker und „Wir ziehen in den Frieden“ von Udo Lindenberg eine erneute Abstimmung durchgeführt werden. Doch auch hier konnte keine klare Mehrheit ausgemacht werden, weshalb der Projektleiter Hans-Peter Stoll kurzerhand erklärte: „Dann machen wir es eben wie in einer echten Demokratie und gehen eine Koalition ein, indem wir beide Lieder spielen.“ Unter tosendem Applaus zeigte sich das Publikum mit diesem Vorschlag mehr als einverstanden.

Engagement für demokratische Grundprinzipien

Der Kulturamtsleiter und MIL-Verantwortliche von cultur communal, Rolf Hecher, zeigte sich sichtlich zufrieden mit dieser Veranstaltung und betonte, dass sich die MIL schon immer als eine Wertegemeinschaft versteht, die sich für demokratische Grundprinzipien wie Toleranz, Gleichberechtigung und Vielfalt einsetzt. Er ist der Meinung, dass „Demokratie aktuell immer mehr im politischen Fokus steht und man sich die Demokratie immer wieder neu erkämpfen muss“. Mit dem Projekt „Lieder mit Haltung“ hat die MIL einen Beitrag zur Stärkung der Demokratie geleistet. zg

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