Dreitägige Rohremer Kerb brachte das Dorf auf die Beine

Die Rohremer Kerweborsch in Hochform beim Aufstellen des Kerwebaums – ein Kraftakt mit vielen Zuschauern. Foto: Hannelore Nowacki
GROSS-ROHRHEIM – Glück hatten die Groß-Rohrheimer mit ihrer Kerb: Bürgermeister Karsten Krug bewies zur Eröffnung am Zapfhahn zielgenaue Schlagkraft mit dem Holzhammer, so dass Kerweborsch und alle anderen durstigen Bürger schnell an ihr Freibier kamen. Den Spaß ließen sich die Gäste aus Riedstadt-Goddelau, die Goller Kerweborsch, nicht entgehen. Den Kerwebaum hatten zuvor die 17 Rohremer Kerweborsch mit Kerwevadder Yannick Meinl nach ausgeklügelter Strategie sicher und senkrecht ins Loch gebracht. Keine einfache Sache, eher eine fast meditative Zeremonie, die traditionsgemäß vor großer Zuschauerrunde rund um die Wiese vor der Bürgerhalle stattfindet. Die Kerb war da – die Rolle bebte unter den rhythmischen Freudensprüngen mit Gesang. Nur mit ausgeklügelter Strategie gelingt das Baumaufstellen. Als der Stamm fest im Loch saß und die zerzauste Fichtenkrone mit dem Kerwekranz unter ihr senkrecht in den blauen Himmel zeigte, applaudierten viele Zuschauer. Aus dem Garten eines edlen Spenders kam der Baum, dem die Kerweborsch mit geübten Augen 37 Meter Höhe zusprachen. Wegen der Schweinepest durfte diesmal kein Waldbaum gefällt werden. Die Rohrheimer Blasmusik steuerte an diesem Nachmittag unter freiem Himmel den musikalischen Schwung mit Stimmungsmusik bei. Im Kerwedorf mit Buden, Fahrgeschäften und Bungee-Trampolin war schon früh viel los. Unter Bäumen vor der Bürgerhalle in schöner Biergartenatmosphäre war kaum mehr ein Plätzchen frei. Alles in allem eine attraktive Kerwe mit Programm in der Bürgerhalle, die das Dorf zusammenbringt. „Ein Fest der Freude, ein Fest der Gemeinschaft und Kultur mit Unterstützung der Vereine“, nannte Bürgermeister Krug die Groß-Rohrheimer Kerb und lud die Menschen ein „schön zu feiern“.

Party beim Festumzug – die Nachbarschaft feiert gemeinsam den Höhepunkt der Kerb. Foto: Hannelore Nowacki
Festumzug mit Nachbarn gefeiert
Ein Höhepunkt des Kerwetreibens war der Festumzug am Sonntag. An einigen Häusern am Zugweg leuchtete die Groß-Rohrheimer Fahne und schon bei der Zugaufstellung war die Stimmung ausgelassen. Mitreißende Musik tönte aus den wuchtigen Lautsprechern einiger Umzugswagen, auch bei den Anwohnern, die gemeinsam mit ihren Nachbarn und Freunden ihre eigene Party entlang der Umzugsstrecke feierten, die diesmal wegen der Bauarbeiten in der Kornstraße anders verlief. Die Ausbeute für Kinder war beachtlich, alle zusammen halfen beim Fangen und Aufsammeln. Wie bei Familie Koch waren Straße und Gehweg für dieses Ereignis extra sauber gekehrt, mit Familie Gotschy und weiteren Nachbarn war es gemütlich. Marcel Habermehl war aus Dubai in seine alte Heimat gekommen, um die Kerwe mitzufeiern. Die Feuerwehr hatte frühzeitig den Zugweg abgeriegelt, regelte den Verkehr und fuhr dem Festzug voran. Nach einer halben Stunde waren alle Festwagen und Fußgruppen vorbeigezogen. Vorne dabei waren die Kerweborsch mit der Fahne ihres Traditionsvereins RARA Musik erschallte von den Huddelschnuddlern, aus Lautsprechern und vom Planwagen live mit Schlagzeug und Posaunen „Die Kerwe Mussig“. Eifrig waren die Kleinen der beiden Kindergärten beim Gaben verteilen dabei, ein buntes fröhliches Treiben. Beim Tennis-Club mit aufgespanntem Netz lief die Spielfreude mit – die gelben Bälle flogen im Einzel und Doppel. Bürgermeister Karsten Krug mittendrin.
Hannelore Nowacki






