„Verkehrsbehinderungen sind leider nicht zu vermeiden”

Noch fließt der Verkehr auf und unter der A6 bei Mannheim Sandhofen – drohen während der Bauphase zur Sanierung der Fahrbahndecke lange Staus? Foto: Benjamin Kloos
LAMPERTHEIM – Der kurzfristig für die Zehntscheune als Veranstaltungsort ausgewählte Sitzungssaal des Stadthauses war am Mittwoch Abend gut gefüllt: Anlass war die Informationsveranstaltung des Regierungspräsidiums Karlsruhe zu der anstehenden Fahrbahndeckenerneuerung auf der A6 zwischen der Rheinbrücke und der Landesgrenze zwischen Hessen und Baden-Württemberg – und der damit verbundenen Belastungen für den Verkehr.
Eines war allen Beteiligten klar und wurde durch Bürgermeister Gottfried Störmer zu Beginn der Veranstaltung nochmals verdeutlicht: „Wir freuen uns, dass die Straßen instand gesetzt werden, denn wir wollen alle sichere Straßen. Auch wenn dazu Behinderungen für den Verkehr nötig sind. Es ist wichtig und gut, dass das Regierungspräsidium heute hierüber informiert.”
Karin Mihatsch, stellvertretende Leiterin des Baureferat Nord des Regierungspräsidiums, erläuterte anschließend gemeinsam mit Projektleiter Gerd Kammer ausführlich über die bevorstehende Maßnahme. Dabei wird ausschließlich zum Erhalt des Bestandes gearbeitet, über eine Strecke von 8,2 Kilometern und mit geschätzten Kosten von 27 Millionen Euro. Die Teile der Maßnahme sind die Fahrbahndeckenerneuerung mit Sanierung der Dammschulter und Erneuerung der Lärmschutzwände, die Sanierung der Rheinbrücke im Zuge der A 6 sowie die Erneuerung der Brücke der A 6 über die B 44.
Vollsperrung nur am Wochenende
Die gute Nachricht zuerst: Obwohl die Brücke über die B44 komplett abgerissen und neu gebaut werden muss, wird es nur an Wochenenden und hier insbesondere nachts zu Vollsperrungen kommen. Dennoch wird es durch die Baumaßnahmen zu erheblichen Verkehrsbehinderungen kommen.
Der erste Bauabschnitt betrifft die Theodor-Heuss-Brücke über den Rhein. Hier erfolgt die Erneuerung der Abdichtung und des Belages auf der Brücke sowie die Instandsetzung des Stahlbaus auf dem Notweg am Brückenrand. Außerdem werden vier Übergangskonstruktionen erneuert. Die Gefahr, dass die gesamte Brücke erneuert werden muss, besteht nicht – denn es finden regelmäßige Überprüfungen der Statik und der Bausubstanz statt.Eingeplant in die Bauzeit ist bereits die Kampfmittelsondierung, da die Brücke während des 2. Weltkrieges Ziel der Bombardierung der Alliierten war.
Beginn für den ersten Bauabschnitt von der Rheinbrücke bis zur Anschlussstelle Mannheim-Sandhofen, in deren Rahmen die Fahrbahndecke komplett saniert wird, ist ab 10. April und sie dauert bis Jahresende 2017. Um die Arbeiten durchzuführen, ist die Sperrung jeweils einer Richtungsfahrbahn notwendig – das heißt, dass der Verkehr in jede Richtung nur auf einer Spur fließen kann und diese beiden Spuren direkt nebeneinander laufen. Aufgrund der Breite der Fahrbahn ist hier leider keine andere Möglichkeit gegeben, was sicher Staus zur Folge haben wird – auch wenn mit Maßnahmen wie der Installation von Verkehrskameras und mobilen Stauwarnanlagen einschließlich CB-Funkwarneinrichtung alles getan wird, um diese möglichst zu verhindern.
Zudem ist für den Auf- und Abbau der Verkehrssicherung im Bereich der Brücke zweimal eine Vollsperrung nötig: Die erste erfolgt in der Nacht von Karfreitag auf Ostersamstag in Richtung Mannheim, die zweite im Dezember. Hierfür wird der Termin rechtzeitig bekannt gegeben.

Der Übersichtslageplan gibt einen Einblick in die einzelnen Bauphasen. Grafik: Regierungspräsidium Karlsruhe
Brücke über B44 wird erneuert
Die zweite Maßnahme stellt den Abriss und den anschließenden Neubau des Brückenbauwerkes über die B44 an der Anschlussstelle Mannheim-Sandhofen dar. Hierdurch wird auch das Versetzen der Lärmschutzwand nötig. Dabei muss die Brücke komplett neu gebaut werden.
Die Bauzeit beläuft sich von Herbst 2017 bis Frühjahr 2019, wobei mithilfe einer Behelfsbrücke über die A 6 die weitgehende Verkehrsführung über vier Fahrstreifen möglich ist. Für die B44 selbst werden jedoch mehrere Vollsperrungen nötig sein, wobei diese zumeist von Samstag auf Sonntag erfolgen. Nur eine Vollsperrung wird über ein komplettes Wochenende gehen, die Daten hierfür sind noch nicht bekannt, werden aber rechtzeitig bekannt gegeben.
Die Bauabschnitte 3 und 4 umfassen den Bereich von der Anschlussstelle Mannheim-Sandhofen bis zur Landesgrenze Hessen, hier wird in zwei Bauabschnitten mit Winterpause von Frühjahr 2019 bis Ende 2020 gebaut – wobei die Aufrechterhaltung von vier Fahrstreifen angestrebt wird. Zur Zeit wird das Ausführungskonzept erstellt.
Sorgen über Verkehrschaos
Bei der anwesenden Bürgern – zumeist Pendler nach Mannheim und Ludwigshafen, machte sich trotz der ausführlichen Erläuterungen Sorge über ein mögliches Verkehrschaos breit. Kritisiert wurde dabei, warum die Maßnahme zumindest an der Rheinbrücke nicht im Zuge der Maßnahmen auf rheinland-pfälzischer Seite in den vergangenen Jahren erfolgte.
Für Beruhigung sorgte die Tatsache, dass sowohl der Fuß- und Radweg über die Autobahnbrücke selbst als auch die Wirtschafts- und somit die Radwege entlang der B44 die ganze Maßnahme über befahrbar bleiben.
Eines bleibt klar: Es wird auf jeden Fall zu erheblichen Verkehrsbehinderungen kommen, nicht nur in Lampertheim selbst sondern auch in Rosengarten und Neuschloß. Denn Staus, das weiß auch das Regierungspräsidium Karlsruhe, werden sich nicht vermeiden lassen und die Autofahrer sich entsprechend Auswege und Schleichwege suchen.
Der Vorsitzende der Bürgerkammer Rosengarten, Horst Werner Schmitt, befürchtet in diesem Zusammenhang für seinen Stadtteil erneut erhebliche Verkehrsprobleme – wie diese bereits jetzt schon bei jedem Stau in der Region auftreten. Er regte Umleitungsplanungen an – die aber laut des Regierungspräsidiums selbst bei Vollsperrungen nur selten angenommen werden.
Bei den anwesenden Bürgern stieß die Informationsveranstaltung trotz aller Kritik auf positive Resonanz – viele zeigten sich darüber erfreut, dass ihnen das Konzept und die einzelnen Bauphasen kompetent und sachlich erläutert wurden. Dies war sowohl im Sinne des Regierungspräsidiums Karlsruhe als auch der Menschen, die täglich den Weg nach Mannheim oder auch Ludwigshafen fahren. Benjamin Kloos
Info:
Informationen über die Baumaßnahme sind über die Internetseite https://rp.baden-wuerttemberg.de/rpk/Abt4/Ref471/Seiten/A6_Mannheim_Sandhofen.aspx sowie direkt vor Ort bei Projektleiter Gerd Kemmer im Baubüro an der Anschlussstelle Mannheim-Sandhofen sowie telefonisch unter 06221/1376148 und per E-Mail unter gerd.kemmer@rpk.bwl.de erhältlich.






