„Toll, dass sich junge Menschen mit Wissenschaft beschäftigen”
Die beiden 16-jährigen Schüler Ruben Wiedemann und Marius Weber (v.r.) der EKS erforschten den Problemabfall Kunststoff und untersuchten die Zersetzung von Styropor durch Mehlkäferlarven. Foto: Susan EßlingerLAMPERTHEIM – Dass Jugendliche sich nicht nur hinter ihren Computern und dem Fernsehen verkriechen, bewiesen am Samstag rund 47 Schülerinnen und Schüler, die am alljährlichen überregionalen Wettbewerb „Jugend forscht“ teilgenommen hatten. Kombiniert wurde die Veranstaltung unter dem diesjährigen Motto „Zukunft – ich gestalte sie“ mit dem parallel stattfindenden Wettbewerb „Schüler experimentieren“. Für „Jugend forscht“ gingen dabei 30 Jugendliche an den Start und befassten sich in ihren Projekten mit Themen aus den Fachbereichen Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik und Informatik, Physik und Technik. Der BASF-Standort Lampertheim war Gastgeber und bot den Schülerinnen und Schülern Raum und Möglichkeiten, um deren Projekte und Ergebnisse vorzustellen. Unter den Projektgruppen, die alle aus der Region Hessen Bergstraße stammten, waren unter anderem Schüler von Schulen aus Bensheim und Heppenheim sowie der Erich-Kästner-Schule Bürstadt und dem Lessing Gymnasium Lampertheim vertreten. So auch die beiden 16-jährigen Schüler Ruben Wiedemann und Marius Weber der Erich-Kästner-Schule Bürstadt. Das Duo befasste sich mit dem Problemabfall Kunststoff und untersuchte die Zersetzung von Styropor durch Mehlkäferlarven. „Man hört immer wieder von Müllproblemen“, gibt Ruben Wiedemann als Antwort auf die Frage, wie solch eine Projektidee zustande kommt. Die beiden Schüler, die bereits vor über einem Jahr mit ihren Untersuchungen begonnen hatten, gaben Mehlkäferlarven über einen gewissen Beobachtungszeitraum Styropor zu fressen und kamen dabei zu dem Ergebnis, dass die Tiere den Kunststoff tatsächlich fressen und in der Lage sind, diesen zu zersetzen und zu verdauen. „Die Teilnahme an diesem Wettbewerb erfordert von den Schülern eine hohe Motivation und kostet viel Freizeit“, blickt Projektbetreuerin Dr. Elke Wagner-Pomerenke stolz auf ihre beiden Schützlinge. Seit nunmehr 25 Jahren nehmen Schülerinnen und Schüler der Erich-Kästner-Schule schon an „Jugend forscht“ teil. „Ohne Spaß an der Freude geht da gar nichts“, bestätigte die Lehrerin, die in ihrer Funktion gleich mehrere Projektgruppen der Erich-Kästner-Schule betreut.
Im Anschluss an die Projektpräsentationen begrüßte BASF-Standortleiter Dr. Helmut Prestel alle Teilnehmer, Lehrkräfte und Besucher zur Ehrung der Sieger. „Es hat Spaß gemacht, die Motivation zu sehen“, lobte Prestel die Teilnehmer. Die BASF ist bereits zum dritten Mal in Folge Ausrichter des Regionalwettbewerbs am Standort Lampertheim. Nach seinen anerkennenden Worten übergab Prestel an Bürgermeister Gottfried Störmer, der ebenfalls nur lobende Worte für die Jungforscher fand. „Ich finde, es eine tolle Sache, dass junge Menschen sich mit Wissenschaft beschäftigen“, so Störmer.
Nach den Grußworten übernahm Regionalwettbewerbsleiterin Dr. Eva Melanie Eberhardt die Siegerehrung. Dabei wurde das Team von Moritz Neumann, Tom Götz und Kai Dinges vom Lessing Gymnasium Lampertheim mit dem ersten Platz im Fachbereich „Technik“ ausgezeichnet. Das Trio beschäftigte sich in deren Projekt mit energiegewinnenden Schattenspendern und wurde dabei von den beiden Lehrern Andreas Held und Marco Knecht unterstützt. Die drei 15-jährigen Schüler verfolgten die Idee, große bisher ungenutzte Flächen für Solarenergie zu erschließen und so nutzbar zu machen – zum Beispiel anhand von Hochhausfassaden, die mit einer Art großflächiger Jalousie versehen werden, über die Energie gespeichert und gewonnen werden könne.
Für die am Samstag auserkorenen Siegerinnen und Sieger wartet nun die Teilnahme am hessischen Landeswettbewerb, der Mitte März bei der Merck KGaA in Darmstadt stattfinden wird. Den daraus resultierenden Siegern winkt dann die Teilnahme am 52. Bundesfinale im Mai bei der Siemens AG in Erlangen.
Aber auch der Einsatz der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die am Samstag nicht von der Expertenjury in die nächste Runde befördert wurden, wurde belohnt. So durften sich diese über Geld- und Sachpreise freuen und haben zudem die Chance auf ein Praktikum. Susan Eßlinger







