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13.40 Uhr | 1. Februar 2017
Ehrenamtliche Paten für „Individuelle Schülerbetreuung" der Bürgerstiftung Bürstadt gesucht

Kindern ein Stück Heimat und Sicherheit geben

Suchen Paten für die individuelle Schülerbetreuung: Projektleiterin Stefanie Engert, Reinhard Kissel, Hans-Jürgen Brems von der Bürgerstiftung Bürstadt und Torsten Wichmann, Rektor der Schillerschule (v.l.). Foto: Benjamin KloosBÜRSTADT – Mit dem Ziel, Kindern zu helfen, sie zu betreuen, ihnen Unterstützung zu geben, die sie sonst nicht bekommen und gemeinsam mit ihnen zu lernen, lesen und spielen hat die Bürgerstiftung Bürstadt vor fünf Jahren das Projekt „Individuelle Schülerbetreuung“ (ISB) ins Leben gerufen.  

„Wir möchten die Kinder zu Hause betreuen, ohne dass großer Druck entsteht. Sie sollen spielend lernen können”, erläuterte Hans-Jürgen Brems von der Bürgerstiftung. Dabei geht das Engagement der Paten weit über eine reine Hausaufgabenbetreuung hinaus. Vielmehr schauen diese über den schulischen Tellerrand und helfen den Kindern bei der Sprache – denn Sprache ist das A und O für eine erfolgreiche Schul- und Lebenslaufbahn – und auch die Eltern erfahren beim Ausfüllen von Anträgen und Formularen Unterstützung. „Wichtig ist es, mit den Kindern zu sprechen“, betonte Projektleiterin Stefanie Engert im Rahmen eines Pressegesprächs in der Schillerschule. „Wir wollen neue Paten, um das erfolgreiche und tolle Konzept fortsetzen zu können. Um noch mehr Kinder aus ihrer heimischen ‚Insel‘ herauszuholen und in das Leben zu integrieren und die deutsche Sprache zu lernen. Nur so funktioniert Integration, es ist erforderlich, diese zu leben.”

Win-Win-Situation

Dabei geht Stefanie Engert mit gutem Beispiel voran, sie selbst betreut ein Kind – vier weitere Paten sind derzeit aktiv. Um den Kindern eine bestmögliche Betreuung im gewohnten Umfeld zu bieten, ist es das Ziel, die Kinder bei diesen zu Hause zu betreuen – dies ist allerdings kein Muss. Diese Art der Betreuung beinhaltet einen weiteren Vorteil: Denn so können die Paten auch sehen, wie die Lernverhältnisse vor Ort sind und gegebenenfalls positiv auf die Eltern einwirken. Und auch die Zusammenarbeit mit den Eltern ist so wesentlich einfacher.

Für die Kinder, die bereits durch einen Paten oder eine Patin betreut werden, ist es bereits jetzt eine Erfolgsgeschichte. So profitieren die Kinder in einem außergewöhnlichen Maß von dieser individuellen Förderung, wie die Erfahrung zeigt und Reinhard Kissel, der gemeinsam mit seiner Frau Gabriele von Beginn an einen Jungen betreut, bestätigte. „Unser Patenkind kommt aus der EU. Anfangs war es sehr schwierig, aber mittlerweile ist der Junge, der sich schulisch so verbessern konnte, dass er vermutlich sogar in die Realschule gehen kann, der Mittelpunkt der Familie – auch als Dolmetscher, wenn er mit seinen Eltern unterwegs ist. Er wird immer mehr zum Coach der Familie, seine beiden jüngeren Geschwister profitieren dabei genauso wie seine Eltern.  Auch sein Vater möchte jetzt intensiv Deutsch lernen. Es ist wichtig, dass die Kinder Spaß am Lernen bekommen. Und für uns ist es Motivation, zu sehen, dass man mit Freude und kleinen Dingen Gutes tun kann.” Denn auch für die Paten selbst ist es ein Gewinn, haben diese doch viel Freude an der Arbeit und bekommen durch den Erfolg, den die Kinder verzeichnen, sehr viel zurück. 

Paten gesucht!

Nahezu fünf erfolgreiche Jahre liegen hinter der „Individuellen Schülerbetreuung (ISB)“ der Bürgerstiftung Bürstadt – doch es bleibt noch viel zu tun. Denn immer wieder gibt es Kinder mit Migrationshintergrund oder aus sozialen schwachen Familien, die dringen Unterstützung beim Lernen benötigen. Daher sucht die Bürgerstiftung weitere ehrenamtliche Paten, die sich ein- bis zweimal die Woche eine Stunde Zeit nehmen, um einen Schüler zu betreuen. Es reicht bereits wenig Zeit aus, um einen positiven Effekt zu erreichen. „Wir haben einen stetig wachsenden Bedarf”, betonte Torsten Wichmann, Rektor der Schillerschule. „Gerade auch bei Kindern, deren Eltern beide berufstätig sind und so wenig Zeit für ihre Kinder haben. Dabei geht es keineswegs nur um Flüchtlingskinder.”

Bei Fragen und Problemen mit den Schülern steht die Bürgerstiftung den Paten jederzeit zur Seite, zudem finden regelmäßig Treffen zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch in geselliger Runde statt. Sollten Materialkosten anfallen, ist die Bürgerstiftung gerne bereit, diese ebenfalls zu übernehmen.

Interessierte Paten können sich gerne bei Stefanie Engert telefonisch unter 0157/31753662 oder per E-Mail unter stefanie.engert@gmx.net sowie bei der Bürgerstiftung Bürstadt unter 06206/71931 melden. Denn es bringt auch einem selbst etwas, anderen zu helfen – „das kann man aber nicht beschreiben, das muss man erleben!”, lädt die ISB alle Interessieren ein, einfach mal rein zu schnuppern. Willkommen ist jeder und jederzeit. Benjamin Kloos

 

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