Ein Setzling als Zeichen der gelungenen Sanierung
Mit dem 25.000 Setzling endet die Sanierung des Sodabuckel in Neuschloß: Bürgermeister Gottfried Störmer und Dipl.-Ing. Andreas Burger legen den letzten Grundstein für einen neuen Wald. Foto: Benjamin Kloos
NEUSCHLOSS – Reger Trubel und strahlende Gesichter trotz Regenwetters – dieser Anblick bot sich am Freitag am Sodabuckel in Neuschloß. „Dies ist der letzte Akt in einer wichtigen Maßnahme zur Sanierung des Sodabuckels. Heute können wir ein bedeutendes Kapitel abschließen und wieder nach vorne blicken, um uns neuen Aufgaben zu stellen“, begrüßte Bürgermeister Gottfried Störmer. „Als zehn- bis zwölfjähriger Junge bin ich immer gerne mit dem Fahrrad raus gefahren und habe auf dem Sodabuckel gespielt, ohne mir Gedanken zu machen. Später wurde an dieser Stelle sogar ein Spielplatz gebaut, bevor die Altlasten bekannt wurden“, warf er einen Blick zurück. „Ich freue mich, dass wir heute hier stehen, der Sodabuckel ist fertig. Danke an alle beteiligten Firmen, besonders freut es mich, dass wir eine unfallfreie Baustelle hatte.“
1993 wurden die Altlasten festgestellt, erinnerte das Stadtoberhaupt an die notwendige Sanierung des Wohnbereichs und des Sodabuckel. 2012 und 2013 seien die Planungen in vollem Gange gewesen, im Dialog zwischen Politik, Bürgern und den Fachgremien. Der Wunsch nach der Wiederbewaldung des Geländes wurde geäußert – „und heute können wir das letzte von insgesamt 25.000 Bäumchen pflanzen“, ergänzte Bürgermeister Störmer. Dabei hatte es während der Bauzeit unerwartete Schwierigkeiten gegeben: „Das beauftragte Unternehmen war den Herausforderungen nicht gewachsen, so dass wir uns von diesem trennen mussten. 2015 kam es zur Wiederaufnahme der Arbeiten, dank der AG Sanierung Sodabuckel. Ecosoil Süd und Sax + Klee haben sich an das bereits begonnene Gewerk herangetraut und sogar den vorgegebenen Zeitplan eingehalten – im Frühjahr wurde die Maßnahme abgeschlossen und mit der Bepflanzung begonnen“, erklärte Bürgermeister Störmer. Und auch bei den Kosten für die Baumaßnahme habe man mit 5,5 Millionen Euro eine Punktlandung hingelegt. „Ich möchte allen Beteiligten danke sagen für die herausragende Arbeit, und auch den Anwohnern, die die Baumaßnahmen erdulden mussten. Ganz besonderer Dank geht auch an die Kollegen von der Stadtverwaltung.“
„Wir haben die Sanierung zu einem guten Ende geführt. Der Sodabuckel kann seine Funktion als Wald erfüllen und seinen Teil zum Naherholungsgebiet beitragen“, freute sich Martina Schreier stellvertretend für die Arbeitsgemeinschaft der beteiligten Firmen. Noch einmal machte sie anhand der beeindruckenden Zahlen deutlich, wie viel Erde auf der 13.000 Quadratmeter großen Fläche bewegt wurde. „Kein Krümelchen Boden hat dabei das Gebiet verlassen!“, betonte Martina Schreier. „Bereits im Frühjahr war der ganze Hügel voller Klatschmohn, ein wunderbarer Anblick. Jetzt entsteht hier ein ganzer Wald. Ich wünsche Ihnen, dass sich das Sanierungskonzept bewährt. Besonders der Bagger Peter wird sicher bei vielen Kindergartenkindern in besonderer Erinnerung bleiben.“
Die Bürger kamen in Person von Carola Biehal, langjährige Ortsvorsteherin und jetzige Vorsitzende der Bürgerkammer, natürlich ebenfalls zu Wort: „Eigentlich sollte heute die Sonne scheinen, denn wir haben heute einen besonderen Tag: Das Ende der Sanierung in Neuschloß“, freute sie sich. „Lassen Sie uns den Regen als Zeichen dafür sehen, dass der Wald schnell wächst.“ Gleichzeitig mahnte sie aber auch an, dass die Bürger von Neuschloß den Hügel gerne komplett eliminiert gehabt hätten – „aber wir müssen mit der jetzigen Sicherung zufrieden sein.“ Am 7. November 2003 sei am Standort des Kindergartens als Zeichen für ein lebenswertes Neuschloß eine Schwarzerle gepflanzt worden, „heute, am 11. November, ein letzter Setzling. Diese zarte Pflanze soll wachsen und gedeihen und ein Zeichen des neuen Waldes sein. Was jetzt noch aussteht ist die Grundwassersanierung. Ich sehe den hierzu noch anstehenden Entscheidungen optimistisch entgegen“, drückte Carola Biehal ihre Hoffnung aus, dass die Entscheidungsträger sich für eine umfassende Sanierung zum Wohle der Anwohner aussprechen.
Im Anschluss an die Reden im schützenden Zelt war es an Bürgermeister Gottfried Störmer und dem Technischen Geschäftsführer von Sax + Klee, Dipl.-Ing. Andreas Burger, den letzten Baum ins Erdreich zu pflanzen. Der Regen hatte den Boden aufgeweicht, so dass die Spatenstiche leicht von der Hand gingen und unter dem Applaus der Anwesenden auch der 25.000 neue Baum seine Wurzeln in die Erde des Sodabuckels strecken konnte – der Grundstein für den neuen Wald am Ortsrand von Neuschloß ist somit endgültig gelegt. Benjamin Kloos







