„Bridges“ – Musik verbindet und trägt zur Integration bei
In der Domkirche werden Musiker aus Deutschland und den Flüchtlingsländern gemeinsam musizieren – die Organisatoren und Sponsoren stellten das Konzert am Freitag vor. Foto: Benjamin Kloos
LAMPERTHEIM – Es ist ein außergewöhnliches Konzert und ein nicht alltägliches Musikerlebnis, das sich in der Lampertheimer Domkirche ankündigt: Am 13. November werden um 17 Uhr unter dem Titel „Bridges – Musik verbindet“ gewohnte Klänge wie die Orgel, aber auch ungewohnte Klänge fremdländischer Instrumente, etwa der Robab oder der Tabla, zu hören sein: Denn „Bridges“ ist ein Projekt aus Frankfurt, das Musiker unterschiedlicher Herkunft, Hautfarbe, Kultur und Religion zusammenbringt, um gemeinsam mit der Musik als Brücke vermeintliche Differenzen zu überwinden und kreativ kulturelle Unterschiede zu nutzen. Viele der Musiker haben einen Migrationshintergrund und sind im Rahmen der großen Flüchtlingswelle der vergangenen beiden Jahre nach Deutschland gekommen. Mittlerweile sind viele kleine Ensembles entstanden, die unter dem Schirm von „Bridges“ musizieren.
Die Idee für das Konzert in Lampertheim, das eine gemeinschaftliche Aktien der Stadt zusammen mit der Lukasgemeinde und der Flüchtlingsinitiative Lampertheim ist, stammt von deren Koordinator Kurt Stass.
Syrische Flamencomusik
Zu hören sein werden die beiden Ensembles „Hope“ und „Duo Flamenco“ sowie an der Orgel Domkantorin Heike Ittmann. Das „Duo Flamenco“ besteht aus Mohanad Almoslli und Salar Baygan. Mohanad Almossli, der 2015 mit seiner Familie nach Neu-Anspach kam, ist einer der wenigen Syrischen Flamenco-Gitarristen überhaupt und war in seiner Heimat sowohl als Solist als auch mit seiner Flamenco-Band sehr gefragt. Salar Baygan, in Teheran geboren und seit 2005 als Fotograf in Frankfurt tätig, spielt die Cajon.
„Hope“ vermittelt Hoffnung
Das sechsköpfige afghanisch-iranische-deutsche Ensemble „Hope“ hat sich im Januar 2016 bei den Bridges-Proben zusammengefunden und sich gleich vom ersten Ton an verstanden. Die Formation spielt vorwiegend klassiche wie populäre afghanische und iranische Stücke mit europäischen Einflüssen, aber auch europäische klassische Stücke mit orientalischen Einflüssen. Mit dabei sind Ustad Ghulam Hussain, der aus einer berühmten Musikerfamilie in Kabul stammt und als einer der besten Robab-Spieler der Welt gilt, Mirweis Neda, in Deutschland geborener und bundesweit gefragter Tabla-Spieler, die Sänger Elias Rohid aus Afghanistan und Pejman Jamilpanah aus dem Iran, die klassisch studierte Flötistin Johanna-Leonore Dahlhoff sowie Dennis Merz, der als studierter Gitarrist das Ensemble abrundet.
Thema, das berührt
„Dies ist ein Thema, das mich sehr positiv berührt. Wir haben in Lampertheim eine sehr aktive Flüchtlingshilfe, die sich unter Leitung von Kurt Stass dafür einsetzt, dass sich die Flüchtlinge hier zuhause und wohlfühlen – ganz im Zeichen der Integration“, betonte Bürgermeister Gottfried Störmer bei der Vorstellung des Konzertes. „Durch dieses Konzert bekommen wir durch die Flüchtlinge, die nach Deutschland gekommen sind, etwas zurück. So wie bereits oft hier in Lampertheim, wo sich Flüchtlinge beispielsweise beim Freiwilligentag sehr engagiert haben.“
Kurt Stass hob hervor, dass viele der Flüchtlinge dauerhaft in Lampertheim bleiben werden. „Wenn wir heute durch Lampertheim gehen, sehen wir nicht nur Lampertheimer, sondern viele Menschen mit einem anderen Aussehen und anderer Kleidung. Es ist wichtig, diese in unsere Gesellschaft zu untegrieren, doch das geht nur, wenn beide Seiten aufeinander zu gehen und gegenseitig Toleranz und Verständnis zeigen. Integration gelingt am Besten beim Sport und in der Musik – dieses Konzert soll einen Teil dazu beitragen.“
Dank an Sponsoren
Einen Dank richteten alle Beteiligten an die beiden Sponsoren, die Bürgerstiftung Lampertheim und Energieried, ohne die ein solches Konzert nicht möglich gewesen wäre. „Nachdem Kurt Stass auf uns zukam und das Konzept für diese Veranstaltung vorstellte, haben wir uns sehr schnell für eine Teilnahme entschlossen“, erläuterte Energieried-Geschäftsführer Frank Kaus. „Wir unterstützen damit das außerordentlich positive Engagement von Herrn Stass und seinen Mitstreitern für die Integration neuer Mitbürger in Lampertheim. Denn wir sind mit der Region verbunden und für die Region da.“
„Bridges, das heißt Brücken und bedeutet aufeinander zu gehen. Beide Seiten müssen den Willen dazu haben, um eine gelungene Integration zu ermöglichen. Die Bürgerstiftung handelt im Auftrag von Bürgern für Bürger, daher unterstützen wir dieses Projekt gerne und ich hoffe, dass die Lampertheimer erkennen, wie toll dieses ist und zahlreich das Konzert besuchen“, betonte der Vorsitzende der Bürgerstiftung, Erich Maier.
Karten für dieser außergewöhnliche Konzerterlebnis gibt es ab sofort im Rathaus-Service, Domgasse 2, telefonisch unter 06206/935100. Die Eintrittspreise betragen je nach Kategorie 11, 13, 15 oder 17 Euro. Ermäßigte Karten wird es für Flüchtlinge geben, zudem sich alle, die sich ehrenamtlich für Flüchtlinge engagieren, bereits im Vorfeld zum Konzert eingeladen worden. Benjamin Kloos







