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14.45 Uhr | 4. Juli 2016
Die nächsten Schritte / Bürgerversammlung am 7. Juli um 19 Uhr mit neuen Infos

ICE-Trasse – sorgenvoller Blick auf Planungen

Jetzt kommt es auf die nächsten Schritte an. Vor einem Jahr brachte der Aktionstag Bahntrasse das Thema ins Bewusstsein. Archivfoto: Hannelore Nowacki

Jetzt kommt es auf die nächsten Schritte an. Vor einem Jahr brachte der Aktionstag Bahntrasse das Thema ins Bewusstsein. Archivfoto: Hannelore Nowacki

LAMPERTHEIM – Das Thema ICE-Trasse ist ein wenig aus dem Blick der Öffentlichkeit geraten, befürchtet die BILA, die „Bürgerinitiative Lebensraum vor ICE-Trasse Lampertheim“. Die rührigen BILA-Mitglieder haben sich mit den aktuellen Plänen der Deutschen Bahn und dem neuen Bundesverkehrswegeplan befasst – und meinen, dass die Bürger darüber informiert sein sollten, am besten in einer Bürgerversammlung mit Diskussionsmöglichkeit. Am 7. Juli um 19 Uhr im Sitzungssaal des Stadthauses in der Römerstraße 102 im Erdgeschoss (barrierefrei) wird die Bürgerversammlung auf Einladung von Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass stattfinden. Die Veranstaltung soll nicht länger als 20.30 Uhr dauern. Das Thema: „Informationen der BILA zum derzeitigen Planungsstand der Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim und Auswirkungen für die Riedbahn auf Basis des Bundesverkehrswegeplans“. Dabei wird auch auf den bisherigen Konsens und die Forderungen in der Region eingegangen und über die kommenden Schritte, die Bürgerbeteiligung und auch Einflussnahme der Betroffenen gesprochen. Beim Bundesverkehrswegeplan, gültig bis 2030, geht es um Aussagen zur geplanten ICE-Neubaustrecke und zu den Auswirkungen auf die Riedbahn, die als Bestandsstrecke auch betroffen sein wird – hier soll der Güterverkehr um ein Vielfaches gesteigert werden, eine schnelle Verbindung von Rotterdam nach Genua. Im Rahmen eines Pressegesprächs, zu dem Stadtverordnetenvorsteherin Stass  unter Beteiligung der BILA-Sprecher Ulrich Guldner und Karl-Heinz Barchfeld sowie Bürgermeister Gottfried Störmer und Erstem Stadtrat Jens Klingler am Freitag eingeladen hatte, ging es um die aktuelle Bedeutung dieses Themas, das viele Bürger und die betroffenen Kommunen schon seit 2008 beschäftigt, daran erinnerte  Bürgermeister Störmer. „Wir werden betroffen sein – auch die nachfolgenden Generationen“, mahnte Erster Stadtrat Klingler, deshalb hoffe er, dass viele Menschen erreicht werden und sich für die nächsten zehn Jahre weitere Mitstreiter finden. Ein Dankeschön richtete Klingler an die BILA für ihren Einsatz. Den Bürgern werde viel abverlangt an Zeit und Ressourcen, meinte Klingler, ähnlich wie bei S21. Die BILA-Sprecher Guldner und Barchfeld (Karl Hans Geil vom Sprecherteam war verhindert) erklärten die Hintergründe. Waren sich im Ried und in der Metropolregion Rhein-Neckar nicht alle einig in der Ablehnung einer ICE-Neubaustrecke für den schnellen Fernverkehr durch Wald und Felder und dicht an Wohngebieten vorbei? Ja, aber alle bisherigen Beschlüsse der beteiligten Gremien und Bürgerinitiativen sind Papiere ohne bindende Wirkung – Forderungen, denen die Deutsche Bahn und der Bund noch nicht zugestimmt haben. In Neuschloß zum Beispiel würden nach der Planung der Deutschen Bahn die ICE-Züge nur 200 Meter von den Wohnhäusern entfernt vorbeirasen. Ebenso am Europaring und Rosenstock in Lampertheim würde diese ICE-Trasse Natur und Mensch leiden lassen – auch die folgenden Generationen bis in 100 Jahren oder länger hätten die nachteiligen Folgen für ihre Lebensqualität zu tragen. Vernünftiger wäre die  sogenannte „Konsensvariante“, vorgeschlagen von Kommunen, Kreis Bergstraße, Bürgerinitiativen und Metropolregion  mit der Bündelung der Schienen-Trasse entlang der Autobahnen A 67 und A 6 bis zum Einschwenken auf die Riedbahnstrecke. Doch diese Lösung ist teuer. Zum Beispiel wollen die Naturschutzverbände wertvollen Lebensraum durch Troglösungen geschützt sehen, der Schienenverkehr würde tiefer gelegt und mit einer Deckelung versehen werden. Bei Einhausen und Lorsch wird zum Schutz der Wohnqualität eine Tunnellösung gefordert. Alles zu teuer für Bahn und Bund? Die zerschneidende Diagonale ist billiger. Hannelore Nowacki

Information

Am 7. Juli um 19 Uhr im Sitzungssaal des Stadthauses in der Römerstraße 102 im Erdgeschoss (barrierefrei) wird die Bürgerversammlung auf Einladung von Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass stattfinden. Dazu ist die Bevölkerung ganz herzlich eingeladen. Die Veranstaltung soll nicht länger als 20.30 Uhr dauern. Das Thema: „Informationen der BILA zum derzeitigen Planungsstand der Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim und Auswirkungen für die Riedbahn auf Basis des Bundesverkehrswegeplans“.

 

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