Zukunftsfähiges Verkehrskonzept für Bürstadt
Bürgermeisterin Bärbel Schader gab den Bürgern im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung die Gelegenheit, sich über den bisherigen Planungsstand und mögliche Handlungskonzepte zu erkundigen – präsentiert vom beauftragten Ingenieurbüro Habermehl & Follmann. Foto: Sigrid Samson
BÜRSTADT – Das mit der Verkehrsrahmenplanung für die Stadt Bürstadt beauftragte Ingenieurbüro Habermehl & Follmann hat die Planungen zwischenzeitlich abgeschlossen und stellte am vergangenen Dienstag im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung im Bürgerhaussaal den interessierten Bürgern die ersten Ergebnisse vor.
„Eine erste Auswertung ist nun erfolgt, wie künftig der Verkehr in unserer Stadt gestaltet werden kann“, verkündete Bürgermeisterin Bärbel Schader den Anwesenden und erwähnte, dass die Ergebnisse am 15. Juni in der Sitzung des Umwelt- und Stadtentwicklungsausschusses offiziell vorgestellt werden, um weitere Empfehlungen ableiten und Handlungsoptionen herausarbeiten zu können. „Eine Bestandsanalyse erfolgte letztes Mal – nun gehen wir in die Zukunftsprognosen“, erklärte sie und stellte anschließend den Geschäftsführer Edwin Mayer und Projektverantwortlichen Sebastian Wilhelm vom beauftragten Ingenieurbüro Habermehl & Follmann vor, die die Ergebnisse präsentierten.
Zunächst ging Mayer auf die allgemeine Zielsetzung des Verkehrsrahmenplans ein. Entlastungseffekte in der Innenstadt zu erzielen, sei ein wichtiges Ziel des Konzepts.
Im Stadtentwicklungsprogramm „Aktive Kernbereiche“ waren bereits die wesentlichen Ziele aufgelistet: diese beinhalten eine Aufwertung des Stadtbildes, eine Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs, die Sicherstellung der verkehrlichen Erreichbarkeit und eine veränderte Verkehrsmittelwahl zugunsten des nichtmotorisierten Individualverkehrs (NMIV) und des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Auch mit Blick in Richtung 2030 sei ein zukunftsfähiges Konzept besonders wichtig. Die vorliegende Bestandsanalyse wurde erläutert und Verkehrsprognosen für die Zukunft wurden angestellt, um ein Handlungskonzept entwickeln zu können. Die konkreten Maßnahmen stehen dann erst im 3. bzw. 4. Quartal 2016 an.
„Das Verkehrskonzept soll zukunftsfähig sein“, merkte Mayer an und stellte die wesentlichen Entwicklungen vor, die sich nach derzeitiger Sachlage in den nächsten Jahren ergeben. Das präsentierte Verkehrsmodell müsse laut Mayer differenziert untersucht werden. Während bei der Wahl der Verkehrsmittel heute noch der Privat-PkW mit 97% dominiert, fallen Busse und Bahnen dabei mit 1 bis 2% deutlich zurück. Hier stellte sich auch die Frage, wo sich künftig noch Potential zum Umsteigen zeigt, um diese Situation zu verändern.
Laut Mayer wurden gemeinsam mit der Stadt Bürstadt verschiedene Maßnahmen in Arbeitskreisen diskutiert mit dem Ergebnis eines Handlungskonzeptes, das sieben Maßnahmen umfasst: Die Ortsrandstraße als Verbindung zwischen B 44 und Bobstadt, eine Entlastungsspange Süd (Boxheimerhof und Anbindung Sonneneck), die neue Anbindung Riedrode mit Schließung des Bahnübergangs und die Verkehrsberuhigung im Stadtteil Bobstadt – darüber hinaus die geänderte Verkehrsführung in der Nibelungen- und Wilhelminenstraße, das LKW-Durchgangsverbot in der Kernstadt und die Umgestaltung / Verkehrsberuhigung der Nibelungenstraße Ost.
Zum Ausblick auf mögliche Handlungskonzepte merkte Mayer an, dass es sich hier lediglich um allererste Ideen und mögliche Lösungsansätze handelt. Möglich sei auch die Einführung einer Mischfläche im Bereich des Einkaufsbereichs in der Nibelungstraße – hierbei sei fahren, parken und laufen in einem guten Verhältnis machbar, indem die Straße in beide Richtungen befahrbar wäre mit gleichzeitiger Einführung von Tempo 30.
Im Anschluss gab es ausreichend Gelegenheit für die Besucher, sich an den Stellwänden und bei den Planungsverantwortlichen und den städtischen Beteiligten direkt zu informieren. Sigrid Samson







