Sie sind hier: Home » Lampertheim und Stadtteile » „Wenn das Publikum mitgeht, ist es Rock’n’Roll”
09.28 Uhr | 31. März 2016
Rolf Miller gastiert am 7. April mit seinem Programm „Alles andere ist primär” in der Hans-Pfeiffer-Halle

„Wenn das Publikum mitgeht, ist es Rock’n’Roll”

Rolf Miller betritt am 7. April die Bühne in der Hans-Pfeiffer-Halle. Foto: Guido Schröder

Rolf Miller betritt am 7. April die Bühne in der Hans-Pfeiffer-Halle. Foto: Guido Schröder

LAMPERTHEIM – Rolf Miller kommt nach Lampertheim: Der bekannte Kabarettist betritt am

7. April, um 20 Uhr die Bühne in der Hans-Pfeiffer-Halle, um in der Spargelstadt sein aktuelles Programm „Alles andere ist primär” zu präsentieren. Die von Rolf Miller erschaffene Kunstfigur gibt eine überaus subjektive Sicht der Dinge in Odenwälder Mundart zum Besten. Dabei sorgen seine abrupt endenden Sätze sowie die gedanklichen Brüche für Begeisterung beim Publikum. Im Vorfeld seines Auftrittes stand Rolf Miller dem TIP für ein Interview zur Verfügung.

TIP: Herr Miller, schön, dass Sie vor Ihrem Auftritt in Lampertheim und trotz Urlaubs noch Zeit für uns gefunden haben. Sie befinden sich mit Ihrem aktuellen Programm „Alles andere ist primär” auf Tour – worum geht es?

Rolf Miller: Um Gott und die Welt, in der Dreifaltigkeit Achim, Jürgen und ich selbst. Meine Programme sind immer Fortsetzungen, in denen ich Geschichten aus dem Alltag erzähle – aus Sicht meines Alter Ego, einem Antihelden. Er merkt nicht, was er da anrichtet, er ist nicht allwissend, im Gegenteil. Und das spürt das Publikum.

TIP: Der Auftritt in Lampertheim ist für Sie ja nahezu ein Heimspiel, Sie sind Kabarettist in Odenwälder Mundart. Was macht für Sie den Odenwälder Dialekt aus?

Rolf Miller: Auf der Bühne spreche ich so, wie ich aufgewachsen bin. Der Auftritt in Lampertheim ist tatsächlich ein Heimspiel. Das Schöne ist, dass ich hier breiter sprechen kann als beispielsweise in Berlin. Nach meinem letzten Auftritt in Lampertheim bin ich direkt dorthin gefahren, das war ein deutlicher Unterschied. Generell ist der Dialekt aber nicht so wichtig.

TIP: Ist es Ihnen lieber, wenn Ihr Publikum lauthals mitlacht, oder eher dezent und somit jedes Wort und jede Pointe Ihres Programms mitverfolgen kann?

Rolf Miller: Es liegt immer viel am Veranstaltungsraum und dessen Atmosphäre, ob die Menschen mehr aus sich herausgehen. Ich kann mit beidem sehr gut leben, auch wenn wir bereits im Quatsch Comedy Club, bei dessen Anfängen ich dabei war, immer gesagt haben: „Wenn das Publikum mitgeht, ist es Rock’n’Roll.”

TIP: Dies ist nicht Ihr erster Auftritt in Lampertheim und der Region. Was verbinden Sie mit Ihrem aktuellen Programm mit Lampertheim? Und wie sind die Lampertheimer als Publikum?

Rolf Miller: Es gibt keinen Unterschied im Programm, egal wo ich spiele. Mein Programm besteht aus Geschichten aus dem Odenwald, mit denen sich die Menschen identifizieren können. Denn sie betreffen alle Menschen, jeder kennt jemanden, der so ist wie ich ihn beschreibe – einfach symptomatisch für die Gesellschaft. In Lampertheim ist der große Vorteil, dass mich die Menschen einfach von der Sprache her noch besser verstehen können.

TIP: Wie kamen Sie zum Kabarett? Und woher nehmen Sie die Ideen für Ihr Programm?

Rolf Miller: Mein großes Vorbild ist Gerhard Polt, den ich bereits als Kind live auf der Bühne sehen durfte. An ihn und andere Kabarettisten sind auch meine Figuren angelehnt. Die Ideen für mein Programm stammen aus dem täglichen Leben, ich notiere immer viel, um diese Ideen und Geschichten baue ich dann das nächste Programm. Aktuell mache ich auch viel mit facebook, ein- bis zweimal in der Woche poste ich dort ein Video, in dem mein Charakter erzählt, was er erlebt — beispielsweise während der Autofahrt.

TIP: Auf der Bühne sind Sie immer alleine zu sehen – treten Sie immer alleine auf oder wird man Sie auch einmal in Begleitung als Duett, Trio oder in einer größeren Gruppe erleben?

Rolf Miller: Auf Bayern 3 bin ich bereits seit langem mit Django Asül in der Sendung „Asül für alle” zu sehen. Und ich kann mir auch vorstellen, einmal etwas mit anderen Kollegen zu machen, aber dann eher im Fernsehen oder im Radio. Beim Liveprogramm ist es mir wichtig, alleine auf der Bühne zu stehen, damit der Fokus auf den Monolithen und dessen Monolog gerichtet ist – einfach auch um meinen Bühnencharakter besser darstellen zu können.

TIP: Sie sind gerne gesehener Gast in der Region. Werden Sie auch in den kommenden Jahren wieder das Ried besuchen?

Rolf Miller: Auf jeden Fall. Künftig will ich mich bei meinen Tourneen regionaler beschränken, ein Auftritt pro Jahr in Köln, Hamburg, München oder Berlin reicht. Ich trete lieber dort auf, wo ich zuhause bin und fahre lieber nach Lampertheim, Heppenheim und Weinheim als nach Bochum. Dabei ist es mir egal, wo ich auftrete – denn ich bin auch für Turnhallen geeignet. 

TIP: Wann ist mit einem neuen Programm zu rechnen?

Rolf Miller: Ein Programm spiele ich immer drei oder vier Jahre, so dass es vor 2018 kein neues Programm geben wird. Ende des Jahres erscheint auch zunächst einmal die DVD von „Alles andere ist primär”. Und am 21. April wird die entsprechende CD veröffentlicht – übrigens ein idealer Zeitpunkt, denn an diesem Tag habe ich nicht nur Geburtstag, sondern ich feiere im April auch mein 25-jähriges Bühnenjubiläum. Denn 1991 hatte ich meinen allerersten Auftritt an Ostern, daran kann ich mich noch sehr gut erinnern. So wie an meinen letzten Auftritt in Lampertheim, auf den ich mich sehr freue. 

TIP: Vielen Dank für das interessante und angenehme Gespräch und viel Spaß bei Ihrem Auftritt in Lampertheim!

Das Interview führte Benjamin Kloos.

Info: Die Eintrittskarten für den Auftritt von Rolf Miller sind beim Rathaus-Service, Haus am Römer, telefonisch unter 06206/935100 und unter www.eventim.de sowie an der Abendkasse ab 22 Euro erhältlich.

 

Beitrag teilen Facebook Twitter

Kommentare sind geschlossen