Eindrucksvolle Darbietung auf vier Posaunen
Das Posaunenquartett Opus 4 des Leipziger Gewandhausorchesters bereicherte den Abendgottesdienst in der Martin-Luther-Kirche. Foto: Sigrid Samson
LAMPERTHEIM – Wie bereits in der Adventszeit 2014 konnte sich die Martin-Luther-Gemeinde am vergangenen Sonntag auch in der Passionszeit 2016 auf eine besonderen Abendgottesdienst mit dem Leipziger Posaunenquartett „Opus 4“ freuen, das erneut das Publikum mit seinen musikalischen einzigartigen und facettenreichen Darbietungen begeisterte. Pfarrer Roland Schein begrüßte die Gäste der gut besuchten Martin-Luther-Kirche zu dem Konzert im gottesdienstlichen Rahmen.
Zur musikalischen Eröffnung spielten die Musiker ein Stück von Claudio Monteverdie (Gloria 1641 für vier Posaunen). Das umfangreiche Repertoire des Ensembles umfasst Bläsermusik aus fünf Jahrhunderten. „Mein schönste Zier“ und weitere Lieder wurden von den Kirchenbesuchern gemeinsam zu den wundervollen Orgelklängen gesungen. Mit stillen, weichen Klängen sorgten die Musiker für eine feierliche und gleichfalls besinnliche Atmosphäre, gefolgt von stärkeren eindrucksvollen Tönen der Barockposaunen. Stücke von Don Carlo Gesualdo, Josquin des Prez und Tomas Luis de Victoria standen auf dem Programm. Auf die Lesung des Pfarrers aus dem Johannesevangelium folgte ein Musikstück von Johann Sebastian Bach, einem der Lieblingskomponisten des Posaunenquartetts.
Pfarrer Schein erwähnte ein Ereignis aus der Vergangenheit, bei dem er durch Zufall Zeuge eines tragischen Unfalls von vier jungen Männern wurde. Durch den Aufprall des Fahrzeugs auf einen Lichtmast mussten die jungen Menschen ihr Leben lassen. „Es ist nicht gut, wenn manche Menschen alle Warnsignale überfahren“, war zunächst seine Reaktion und auch die der anderen. Niemand konnte verstehen, wie man sich so verhalten kann – eine gewisse Verachtung macht sich in solchen Situationen breit. Als er später nochmals auf das Geschehen zurückblickte, wurde ihm bewusster, dass dies auch einfach nur Menschen waren, die jemand gerne hatte und die geliebt wurden. „Mögen wir das Menschliche nie aus dem Blick verlieren“ lautete sein Fazit.
Weitere Musikstücke von Opus 4 folgten, darunter das Leipziger Intermezzo 183 und das beeindruckende „Portrait für vier Posaunen“ von George Gershwin. Zahlreiche weiter musikalische Beiträge wurden dargeboten – das Publikum war begeistert. Auf den großen Applaus hin gab es sogar noch eine Zugabe, ein schnelles, flottes Musikstück. Anschließend gab es eine Kollekte für das musikalische Ensemble aus Leipzig, da der Eintritt für das Konzert kostenlos war. Die CDs des Quartetts konnte man im Anschluss im Vorraum der Kirche käuflich erwerben. Die Kollekte am Kirchenausgang wird der Kinder- und Familienerholung in der Diakonie Hessen zugute kommen.
Der musikalische Leiter des Ensembles, Jörg Richter, bedankte sich beim Publikum. Seine Mitstreiter waren Dirk Lehmann und Stephan Meiner auf der Tenorposaune, sowie Hans Martin Schlegel auf der Bassposaune. Richter verabschiedete sich mit den Worten: „Wir werden bestimmt nochmal wieder kommen“. Sigrid Samson







