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13.43 Uhr | 25. November 2015
Bürstadt und Lampertheim setzen sich gegen Gewalt an Frauen ein / Frühehen stoppen / Selbstverteidigungskurs am Wochenende

„Zeichen der Solidarität und gegen Gewalt setzen“

Sagen deutlich NEIN zu Gewalt gegen Frauen: Bürstadts Bürgermeisterin Barbara Schader (3.v.r.), Stadtverordnetenvorsteher Ewald Stumpf (2.v.r.), die Bürstädter Gleichstellungsbeauftragte Gerasimoula Grigoraki (2.v.l.), Stefanie Zieglschmitt vom 1. Judo-Club (4.v.l.) sowie Monika Bauer-Herzog, Koordinatoren des Projektes im Kreis Bergstraße (l.). Foto: Benjamin Kloos

Sagen deutlich NEIN zu Gewalt gegen Frauen: Bürstadts Bürgermeisterin Barbara Schader (3.v.r.), Stadtverordnetenvorsteher Ewald Stumpf (2.v.r.), die Bürstädter Gleichstellungsbeauftragte Gerasimoula Grigoraki (2.v.l.), Stefanie Zieglschmitt vom 1. Judo-Club (4.v.l.) sowie Monika Bauer-Herzog, Koordinatoren des Projektes im Kreis Bergstraße (l.). Foto: Benjamin Kloos

BÜRSTADT/LAMPERTHEIM – Seit Mittwoch weht sie gut sichtbar vor dem Eingang des Bürstädter Bürgerhauses und des Stadthauses in Lampertheim: Die Fahne mit der Forderung „NEIN zu Gewalt an Frauen und Mädchen“.

Alljährlich findet diese von Terre des Femmes initiierte Aktion am 25. November statt. In diesem Jahr regnete es in Strömen – der Himmel weinte Tränen für jede Gewalttat, ob körperlich oder seelisch, die täglich an Frauen verübt wird.

„Gewalt fängt an, wenn Menschen Angst haben müssen, wenn sie ausgegrenzt oder gemobbt werden, wenn ihnen der Mund verboten oder gar Gewalt angewendet wird. Diese Gewalt ist sichtbar, jeder von uns kann und muss etwas dagegen tun, wenn diese auftritt. Nicht sichtbar, aber mit langwierigen Folgen, ist die seelische Gewalt. Die stille Gewalt gegen Frauen zu Hause, die nicht sichtbar ist“, betonte Bürgermeisterin Barbara Schader bei der Vorstellung der diesjährigen Aktion. „Wir leben in einem Land, in dem Freiheit und die persönliche Entwicklung an oberster Stelle stehen. Doch es ist schlimm, dass wir eine so große Dunkelziffer an Gewalt bei uns haben. Wir müssen appellieren und sensibilisieren, dass die verschiedenen Formen von Gewalt erkannt und verhindert werden können. Die großen Bilder von Gewalt wie Kriege oder Überfälle sich sichtbar, doch gerade die kleinen Bilder von Gewalt hinterlassen oft tiefe Wunden.“

Schnupperkurs Selbstverteidigung

Ein guter Weg, um sich aktiv gegen Gewalt zu schützen, sind Selbstverteidigungskurse. Denn diese stärken nicht nur die Persönlichkeit, sondern ermöglichen es zudem, sich selbst zu befreien, wenn man festgehalten wird. Einen eben solchen Kurs bieten die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Bürstadt und Lampertheim in Kooperation mit dem 1. Judo-Club Bürstadt am Samstag, 28. November, und Sonntag, 29. November, jeweils von 10 bis 15 Uhr an. Im Rahmen des Schnupperkurswochenendes für Frauen und Mädchen ab 14 Jahren, welches in der Aula der Schillerschule Bürstadt beginnt, wird gezeigt, wie ein möglicher Angriff ohne Waffe auf der Straße, in der Bahn oder in dunklen Gassen abgewehrt werden kann. Mitzubringen sind bequeme Sportkleidung, Essen, Trinken, evtl. ein Haargummi und bitte wegen der Verletzungsgefahr keinen Schmuck oder Haarklammern. Wer teilnehmen möchte, kann spontan am Samstag vorbeikommen.

Frühehen verhindern

In Bürstadt und Lampertheim wird in diesem Jahr die Aktion gegen Gewalt an Frauen durch ein weiteres wichtiges Thema ergänzt: „Frühehen stoppen – Bildung statt Heirat“. Jeden Tag werden weltweit 39.000 Mädchen vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet. Und das, obwohl die UN-Kinderrechtskonvention als gesetzliches Mindestheiratsalter 18 Jahre empfiehlt. Terre des Femmes startete deshalb zum Internationalen Mädchentag am 11. Oktober eine Unterschriftenaktion, mit der sie die Bundesregierung auffordert, sich für ein Ende von Frühehen einzusetzen. Auch in Deutschland soll das gesetzliche Mindestheiratsalter auf 18 Jahre festgelegt und die Ausnahmeregelung abgeschafft werden, so Terre des Femmes. Gleichzeitig fordert die Organisation, dass Präventions- und Aufklärungsmaßnahmen gegen Frühehen, z. B. Fortbildungen für Lehr- und Fachkräfte sowie Workshops an Schulen, finanziell gefördert werden. Die Unterschriftenlisten liegen auch im Foyer des Bürgerhaus Bürstadt und im Stadthaus Lampertheim aus. Benjamin Kloos

 

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