Bilder, die zum Verweilen im Moment des Betrachtens einladen

Kunst in der Klinik: In einer Ausstellungsreihe werden im Kreiskrankenhaus Bergstraße in Heppenheim immer wieder Werke von Kunstschaffenden aus der Region präsentiert. Aktuell sind bis zum 1. August Gemälde aus dem Atelier von Erika Mata-Bethke zu sehen. Foto: KKH/Thomas J. Zelinger
KREIS BERGSTRASSE – Kunst in der Klinik – aus der Idee ist am Kreiskrankenhaus Bergstraße in Heppenheim eine erfolgreiche Reihe geworden. Kunstschaffende aus der Region stellen dort seit mehreren Jahren im Wechsel ihre Werke aus. Aktuell sind bis zum 1. August Bilder der Künstlerin Erika Mata-Bethke zu sehen, Titel der Ausstellung: „Sichtweise“.
Entspannt sitzt Erika Mata-Bethke an einem kleinen Tisch vor einer der Fensterfronten des Kreiskrankenhauses, spricht über ihr Leben und ihre Liebe zum Malen. Draußen scheint die Sonne. Die Temperaturen sind längst im Hochsommerbereich angekommen, es ist einer der heißen Tage dieses Jahres. Ihre Sonnenbrille hat die Achtundvierzigjährige in die Haare geschoben, mit einem Fächer verschafft sie sich Kühlung. Ein bisschen mag sie das Wetter an diesem Tag an ihre Heimat erinnern, Erika Mata-Bethke kommt aus Mexiko. Seit dem Jahr 2002 lebt sie in Deutschland, in Laudenbach. Die Liebe hat sie von Lateinamerika nach Nordbaden geführt. In Mexiko war sie Englischlehrerin, in Deutschland ist sie in der Betreuung von Senioren tätig.
Gemalt hat die Frau mit den dunklen Haaren und dem gewinnenden Lächeln, die so fröhlich erzählt, schon immer. Als Kind, in der Schule. Und auch später. In Mexiko hat sie zwei Jahre lang die Kunstschule besucht. Ihr Atelier hat sie nun im heimischen Keller eingerichtet. Manches, das sie im Kreiskrankenhaus in der Ausstellung zeigt, die sich über beide Etagen des Hauses erstreckt, ist abstrakt, Farben und Formen in einem den Sinnen wohltuenden Zusammenspiel. Vieles aber ist sehr real. Es sind schöne Momente, Momentaufnahmen ihres Lebens, Augenblicke im Wortsinn, die die Künstlerin in ihren Bildern festhält, Sichtweisen, die sie ausdrucksstark interpretiert. Und, so hat es den Anschein, die starken Farben, die nicht selten ihre Werke bestimmen, sind eine Reminiszenz an ihre Heimat. Aber auch das Spiel mit Schwarz und Weiß und mit variierenden Grautönen beherrscht sie. Zumeist arbeitet die Künstlerin mit Acryl, zudem finden sich Kohle, Kreide und Öl in ihrem Repertoire. Zahlreiche der Bilder sind Ausdruck ihrer Reiselust. Stadtansichten, Landschaften, Unterschiedliches ist zu sehen, Titel wie „Old Door in Oxford“ und „Salzburg“ stehen dafür. Aber auch anderes findet sich in ihrer Sammlung. Tiere zum Beispiel. Und auch Menschen. Die Künstlerin ist ein Familienmensch, auch das spiegeln einige ihrer Werke. Wiederholt ist es die eigene Tochter, die Erika Mata-Bethke gemalt hat. Mit geschlossenen Augen ist die junge Frau zu sehen, schlafend. Oder scheinbar in Gedanken versunken beim Lesen einer Speisekarte.
In den Fluren des Kreiskrankenhauses Bergstraße hat die Künstlerin ein großes, wechselndes Publikum. Eben das ist es, was viele Kunst-schaffende an der Klinik als Galerie schätzen. Für Patienten, Besucher und die Mitarbeiter des Hauses ist die Ausstellung eine Einladung inne zu halten, beim Blick auf die Bilder den Alltag auszublenden und in diesem Moment ein wenig zu ruhen. Selbstredenden sind auch Spaziergänger, die am nahen Bruchsee unterwegs sind, eingeladen, einen Abstecher in das Krankenhaus zu machen und sich die Werke anzusehen.
Das Kreiskrankenhaus Bergstraße im Internet: www.kkh-bergstrasse.de zg






