„Licht am Ende des Tunnels“

Zwei mobile Impfteams kamen am Sonntagmorgen in der ersten Einrichtung im Kreis Bergstraße, dem Johanniter-Haus in Lorsch an, um die Bewohnerinnen und Bewohner sowie das Pflegepersonal zu impfen. Landrat Christian Engelhardt sprach von einem Auftakt für einen Neubeginn. Foto: Eva Wiegand
KRIES BERGSTRASSE – Es ist ein besonderer Moment, einer der Zuversicht und Hoffnung verspricht: Seit dieser Woche sind die Impfstoffe in Deutschland zugelassen, gleich einen Tag nach Weihnachten begannen am Sonntagmorgen auch im Kreis Bergstraße die Massenimpfung gegen das Coronavirus. Höchste Priorität haben Menschen, die über 80 Jahre alt sind, Bewohner von Alten-und Pflegeheimen, Pflegekräfte im ambulanten Diensten und Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit hohen Ansteckungsrisiko. Die erste Station zweier mobiler Impfteams führte deshalb am Sonntag nach Lorsch an das Johanniter-Haus in der Mannheimer Straße – dort gibt es seit März bisher keine Corona-Fälle. „Wir werden zuerst in den Einrichtungen impfen, in denen niemand akut erkrankt ist“, erklärte Landrat Christian Engelhardt, denn erkrankte Personen sollten nicht geimpft werden. Danach richte sich die Priorisierung, denn der Impfstoff sei ein extrem knappes Gut und stehe derzeit nicht in ausreichender Menge zur Verfügung. Am Starttag waren 150 Impfdosen für die Bewohner und das Personal im Johanniter-Haus vorhanden. Circa 2.000 Impfdosen sollen bis zum Jahresende verfügbar sein. Ziel sei es nun, bis Mitte Februar alle Bewohner von Pflegeheimen im Kreis Bergstrasse durchzuimpfen, informierte der Abteilungsleiter Gefahrenabwehr und Leiter des Impfzentrums Markus Stracke. Zwei Impfungen sind jeweils nötig, die im Abstand von drei Wochen erfolgen. Die Immunisierung wird allerdings erst eine Woche nach der zweiten Injektion erreicht. Rund 10.000 Pflegebedürftige leben im Kreis, nur etwa 2.600 davon in Einrichtungen. Wochenlang habe man auf diesen Termin hingearbeitet, ergänzte Stracke und wies darauf hin, dass damit zu rechnen sei, dass das Impfzentrum in Bensheim seinen Betrieb erst später aufnehmen könne. Maßgeblich sei hier eben die Impfstoff-Verfügbarkeit. Doch die Menschen die einer Risikogruppe angehören, müssen nicht warten bis das Impfzentrum am Berliner Ring seine Pforten öffnet und können sich in einem der großen Impfzentren impfen lassen, wie der Landrat ausführte. Der Impfstoff selbst, der bei einer Temperatur von minus 70 Grad gelagert werden muss, wurde schließlich vor Ort von Apotheker Oliver Sauer und seiner Kollegin für den Impfprozeß vorbereitet. Für diese Aufgabe seien weiterhin Apotheker und PTAs gesucht, um kurzfristig ein Team aufzubauen, informierte Engelhardt. „Wir Ärzte haben nun die Hauptaufgabe, die Leute zu informieren“, erklärte schließlich der Ärztliche Leiter des Impfzentrums, Marc Häffner. „Sollte es zu einem Notfall kommen, sind wir da.“ Von einem Licht am Ende des Tunnels sprach der Landrat: „Keiner hatte erwartet, dass wir innerhalb des selben Jahres mit der Impfung beginnen können.“ Eva Wiegand

Am Starttag der Impfungen waren 150 Impfdosen für die Bewohner und das Personal im Johanniter-Haus in Lorsch vorhanden. Foto: Eva Wiegand






