NATO-Straße bis 31. Oktober gesperrt
LAMPERTHEIM – Die Stadtverwaltung Lampertheim hat die NATO-Straße bis 31. Oktober 2020, jeweils von freitags bis sonntags gesperrt. Grund für diese drastische Maßnahme ist die gestiegene Anzahl der Ordnungswidrigkeiten in diesem Bereich. „Unser Ordnungsamt hat seit Mitte März an die 400 Verstöße festgestellt, wovon die meisten am Wochenende begangen wurden“, betont Bürgermeister Gottfried Störmer. „Da war von illegalem Camping, verbotenen Lagerfeuern und erheblichen Müllablagerungen über Verstöße der Coronaregeln bis hin zu einer wiederholt zugeparkten NATO-Rampe alles dabei.“ Gerade für den letzten Punkt hat der Stadtchef kein Verständnis: „Durch das Zuparken der Rampe haben weder Feuerwehr noch DLRG die Möglichkeit, ihre Boote zu Wasser zu lassen“, so Störmer. „Ich werde das Versperren der Rettungswege nicht länger hinnehmen, da es zu tragischen Situationen führen kann. In letzter Zeit müssen vermehrt vermisste Personen im Rhein gesucht werden. Hierbei geht es um Menschenleben und da zählt jede Sekunde!“
Bezüglich der Müllproblematik sieht der Stadtchef das Aufstellen weiterer Behälter kritisch: „Jeder weitere Mülleimer verursacht weitere Kosten im städtischen Haushalt, die im Umkehrschluss wieder von der Allgemeinheit getragen werden müssen.“ Alleine die Personal- und Fahrzeugkosten für die Leerung der Abfalleimer und Müllentfernung im Bereich der NATO-Rampe betrugen im Jahr 2019 zirka 25.000 Euro. Die Kosten für die Entsorgung des Mülls werden in ähnlicher Höhe geschätzt.
Man sei sich im Stadthaus darüber im Klaren, dass man mit dieser Maßnahme auch diejenigen bestraft, die sich an alle Regeln halten. „Bei durchschnittlich mehr als dreieinhalb Verstößen pro Tag und der Häufung an Wochenenden, bleibt uns aber schlichtweg nichts anderes als eine Sperrung übrig. Nur so lässt sich die Tier- und Pflanzenwelt am Rhein effektiv schützen“, so Störmer. Denn auch Bußgelder scheinen laut Verwaltungschef vielen mittlerweile egal zu sein. Ähnliche Auffälligkeiten wie in der NATO-Straße seien auch in den Bereichen Altrhein und Maulbeeraue zu beobachten. Laut Bürgermeister ziehe Lampertheim mit der Sperrung mit Kommunen wie Gernsheim und Biebesheim gleich, bei denen solche Regelungen schon seit Jahren bestünden. zg







Die Sperrung der Nato-Straße ist an Peinlichkeit nicht zu überbieten. Und sie ist ein Armutszeugnis, genau wie die dafür vorgegaukelten Begründungen. Camper verursachen 400 Vergehen seit März – eine hohe Anzahl die aber auch ein Stückweit der Corona-Situation in der wir uns befinden, geschuldet ist. 50.ooo Euro für Müllbeseitigung – der Bürgermeister täte sich gut, hier Angebote einzuholen und zu vergleichen. Abgesehen davon gibt es – soweit meine Info, auch Zuschüsse vom Bund für die Nato-Strassen.
An Tagen an denen die Menschen frei haben wird gesperrt. Eine Klatsche mitten ins Gesicht, allem voran für schwerbehinderte Menschen und Angler, die als einzige für den Rhein mit dem Kauf von Angelkarten bezahlen und nicht selten den Dreck anderer wegräumen. Wassersportler sind vom Verbot der Einfahrt aber ausgenommen. Und solche Verbote gibt es in anderen Kommunen nicht seit Jahren. Biebesheim hat die Sperrung über die Corona-Zeit erst im Mai eingeführt. Abgesehen davon wie peinlich dieser Schilderwald ist, die Rechtfertigungs-Erklärtafel daneben spiegelt eine erbärmliche Hilflosigkeit wieder. Anstatt es besser zu machen, macht man es wie andere und begründet es damit. So einfach geht Bürgernähe, so einfach bestraft man Angler und schwerbehinderte Menschen. Und man beweist eine kurzatmige Denkweise – andere noch offenen Wegen werden jetzt stärker frequentiert und ich warte nur darauf bis man auch das zum Anlass nimmt um zu sperren. Dann wäre die Peinlichkeit der zuständigen Kommunen perfekt und das Armutszeugnis lückenlos.