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10.00 Uhr | 10. März 2020
Bürgermeisterkandidaten Rainer Bersch und Sascha Holdefehr im TIP auf dem Prüfstand 

Groß-Rohrheim wählt – die Kandidaten antworten

GROSS-ROHRHEIM – Am Sonntag, 15. März, findet in Groß-Rohrheim die Bürgermeisterwahl statt. Zur Wahl stehen der amtierende Bürgermeister Rainer Bersch und sein Herausforderer Sascha Holdefehr.

Der TIP hat im Vorfeld der Wahl den beiden Kandidaten für das Amt des  Bürgermeisters Fragen gestellt, um unsere Leser über deren Ziele und Beweggründe, bei der Wahl anzutreten, zu informieren. 

Rainer Bersch

Gross-Rohrheim, Buergermeister Rainer Bersch – D5C9648*
02.11.2019 / Foto: Berno Nix

1. Am 15. März wählen die Groß-Rohrheimer Bürgerinnen und Bürger

den Bürgermeister. Sie kandidieren für dieses wichtige Amt. Würden Sie sich bitte kurz vorstellen?

Mein Name ist Rainer Bersch, ich bin 57 Jahre alt, seit 26 Jahren verheiratet und habe eine Tochter. Meine Familie ist in der 5. Generation in Groß-Rohrheim ansässig. Ich arbeite seit 1993 bei der Gemeinde Groß-Rohrheim. In verschiedenen Vereinen und Organisationen bin ich seit vielen Jahren ehrenamtlich tätig.

2.Warum wollen Sie Bürgermeister werden/bleiben?

Ich möchte Bürgermeister bleiben, da mir meine Arbeit sehr viel Freude bereitet. Weil ich viele Dinge angeschoben habe und ich sie gerne zu Ende bringen möchte. Außerdem stehen noch einige Projekte für die Zukunft an. 

Ich arbeite seit 26 Jahren in der Gemeindeverwaltung, davon fast 12 Jahre als Bürgermeister und verfüge somit über einen Erfahrungsschatz auf den Groß-Rohrheim nicht verzichten sollte.

3. Vor welchen Herausforderungen steht Groß-Rohrheim?

Die Finanzen sind eine stetige Herausforderung und diese begleitet uns ständig. Des Weiteren ist der demographische Wandel eine Aufgabe, die bewältigt werden muss. Hier müssen sowohl für die jüngere Generation, als auch für die Senioren Angebote geschaffen werden, die sinnvoll sind.

4. Welche Ziele wollen Sie konkret für Groß-Rohrheim in den folgenden Bereichen umsetzen:

– Wirtschaft?

In den vergangen Jahren ist es uns gelungen, viele Gewerbegrundstücke zu vermarkten. Hier werden jetzt mit dem nötigen Augenmaß neue Flächen bereit gestellt, um die Nachfrage in Groß-Rohrheim zu befriedigen. 

– Dorfentwicklung?

Die gesellschaftlichen Entwicklungen machen es erforderlich, dass wir die Belange junger Familien noch stärker im Fokus haben. Zur Zeit planen wir ein neues Baugebiet, um jungen Familien die Möglichkeit zu geben, Wohnraum zu erwerben.

Dorfentwicklung durch den Breitbandausbau, d.h. für mich, dass wir Glasfaser bis ins Haus und über das ganze Gemeindegebiet zur Verfügung stellen können. Die Digitalisierung wird auch in Groß-Rohrheim Einzug halten. Deshalb werden wir die Dienstleistungen des Rathauses in Zukunft auch online anbieten. 

– Kultur?

Ich denke, dass Groß-Rohrheim im Vergleich zu anderen Kommunen ein recht großes Angebot an Kultur vorzuweisen hat. Da ich zweiter Vorsitzender der Musikkiste Groß-Rohrheim bin, kann ich das mit Zuversicht behaupten. Denn in Groß-Rohrheim finden jedes Jahr eine Vielzahl an kulturellen Veranstaltungen statt. Das geht von Kleinkunst im Wohnzimmer über Mundarttheater, Blasmusik, Chorgesang bis hin zu internationalen Konzerten. Hier gilt es den Standard zu halten.

– Bildung und Jugendförderung?

   Vereinsförderung?

Ich würde gerne diese Frage und die Frage nach Vereinsförderung zusammen beantworten, denn das gehört meiner Meinung nach zusammen. In Groß-Rohrheim wird die Vereinsförderung sehr stark durch die Kommune unterstützt. Wenn man unsere Förderrichtlinien mit der anderer Kommunen vergleicht, landen wir im oberen Drittel. In unserer Bücherei können Bücher kostenlos ausgeliehen werden. Wir bieten kostenlose Kurse für die Weiterbildung im Ehrenamt an. Die Jugendarbeit in den Vereinen sehe ich auch als eine Art Bildung im sozialen Bereich. Durch das Einbinden der Jugendlichen in das Vereinsleben werden soziale Kompetenzen vermittelt. 

– Senioren?

Gesundheitsversorgung vor Ort für die Zukunft treffen, d. h. im Rahmen des demographischen Wandels möchte ich mich für das Modellprojekt Gemeindeschwester 2.0 in Groß-Rohrheim einsetzen. Meine Devise lautet “Älter werden mit Qualität”. Betreutes Wohnen geht damit ebenfalls einher.

5. Wie soll die Finanzlage verbessert werden, damit wichtige Projekte vor Ort umgesetzt werden können?

 

Unsere Einnahmen müssen verbessert werden. Das Gewerbesteuereinkommen in Groß-Rohrheim ist eines unserer Haupteinnahmequellen. Diese Quelle muss mit neuen steuerkräftigen Firmen stabilisiert und gesichert werden.

6. Wie wollen Sie während einer möglichen Amtszeit den Kontakt zu den Bürgern pflegen?

Mich können die Menschen auf der Straße ansprechen, was in der Vergangenheit auch rege in Anspruch genommen wurde. Meine Tür im Rathaus steht für jeden immer offen. Ab April 2020 werde ich zusätzlich einen “Bürgermeistersamstag“ einführen. Dann biete ich, einmal im Monat, samstags eine Sprechstunde von 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr an. 

7. Mein Lieblingsplatz in Groß-Rohrheim ist…

… die Rathausscheune. Dort habe ich meine Frau kennengelernt, dort wurden wir auch getraut und haben mit Freunden unsere Hochzeit gefeiert. Viele Geburtstage und Feste haben wir in dieser rustikalen Umgebung miteinander erlebt. Als ich 2008 die Bürgermeisterwahl erstmalig gewann, wurde das Ergebnis auch in der Rathausscheune offiziell bekannt gegeben. Aus diesen genannten Gründen ist sie für mich ein emotionaler Platz. Mit ihr verbinde ich viele schöne Erinnerungen.

8. Beschreiben Sie einem Ortsunkundigen Groß-Rohrheim mit einem Satz.

Wenn Sie liebenswürdige Menschen, gelebte Gemeinschaft gepaart mit Traditionen und moderner Infrastruktur mögen, wenn Sie jemand sind der offen auf andere zugeht, dann sind Sie in Groß-Rohrheim genau richtig.

9. Wo sehen Sie Groß-Rohrheim in zehn Jahren?

Die Gemeindeschwester feiert ihr 10-jähriges Jubiläum. Es werden Ihnen ca. 500 Dienstleistungen des Rathauses online zur Verfügung stehen. Es wird, dank der Glasfasertechnik, jeder in unserer Gemeinde in der Lage sein im Homeoffice zu arbeiten. Sie werden mit der S-Bahn zu Ihrer Arbeit fahren. Das neue Baugebiet ist vollkommen bebaut und die Plätze in unseren Kindergärten sind alle belegt und ausreichend vorhanden. Die Groß-Rohrheimer Grundschüler gehen in ihre modernisierte Lindenhofschule und können dort in hochwertig ausgestatteten Klassenzimmer lernen. Unser Industriegebiet hat sich erweitert und ist ein Garant für stabile Einnahmen.

10. Nennen Sie bitte drei Gründe, warum Sie der beste Kandidat für das Amt  des Bürgermeisters sind?

Bürgernähe

Erfahrung

Tatkraft

 

Sascha Holdefehr

Sascha Holdefehr

1. Am 15. März wählen die Groß-Rohrheimer Bürgerinnen und Bürger den Bürgermeister. Sie kandidieren für dieses wichtige Amt. Würden Sie sich bitte kurz vorstellen?

Mein Name ist Sascha Holdefehr, ich bin 48 Jahre, seit 21 Jahren verheiratet, 2 Kinder (19 +12 Jahre). Von Beruf bin ich Diplom-Finanzwirt, seit 31 Jahren in der Finanzverwaltung, in den Bereichen Ausbildung, Personalmanagement und steuerlichen Fachabteilungen.

In meiner Freizeit bin ich begeisterter Sportler, seit 25 Jahren Trainer von Handballmannschaften (Kinder, Damen und Herren). Außerdem bin ich zertifizierter Personaltrainer und habe diverse Lehrgänge zu Teambuilding, Coaching und Motivation absolviert.

2. Warum wollen Sie Bürgermeister werden/bleiben?

Die Zukunft meines Heimatortes Groß-Rohrheim mit ihren Menschen ist  

mir wichtig. Bei dem Amt des Bürgermeisters geht es nicht nur um das  

politische Amt, sondern darum, tatsächlich etwas für alle bewirken zu  

können. Hier möchte ich mit meinem Wissen und Können Groß-Rohrheims  

Zukunft positiv gestalten.

Ich werde die anstehenden Aufgaben vernünftig anpacken, als  

Brückenbauer zwischen allen Interessengruppen fungieren und aktiv die  

besten Lösungen für unsere Gemeinde, auf der Grundlage  

wirtschaftlicher und sozialer Vernunft, voranbringen.

3. Vor welchen Herausforderungen steht Groß-Rohrheim?

Umsetzung des Onlinezugangsgesetz (OZG), Groß-Rohrheim lebenswerter machen, Groß-Rohrheim mit Maß und Ziel wachsen lassen, denn Stillstand bedeutet Rückschritt!

4. Welche Ziele wollen Sie konkret für Groß-Rohrheim in den folgenden Bereichen umsetzen:

–  Wirtschaft? Ansiedlung kleinerer Gewerbebetriebe, damit die Gewerbesteuer auf vielen Schultern verteilt ist. Regelmäßiger Dialog mit den Unternehmern in Form von einem „Unternehmer-Stammtisch”

– Dorfentwicklung?

  Verbesserung des Ortskerns z.b. ein Café, optische Aufwertung der Ortseinfahrten (Kreiselgestaltung), Pflege der Grünanlagen und des Friedhofes

– Kultur?

   Kulturelle Angebote machen Groß-Rohrheim für Bürgerinnen und Bürger 

   attraktiver.    Zusätzlich zu den Angeboten von Kirche und Vereinen könnten in der Rathausscheune weitere Kulturelle Veranstaltungen (Kabarett,  

   Lesungen,…) der Gemeinde angeboten werden. Hier muss mit der  

   Verwaltung und den Gremien über ein geeignetes Programm und natürlich  

   die Finanzierung gesprochen werden.

– Bildung und Jugendförderung?

  Sanierung der Lindenhofschule, damit unsere Kinder gerne zur Schule  

  gehen. Zusammenarbeit mit dem Jugendrat, um die Interessen der  

  Jugendlichen ernst zu nehmen und entsprechende Angebote zu entwickeln.  

  Unterstützung der Bücherei.

– Vereinsförderung?

  Vereine sind immens wichtig für einen Ort, denn sie machen ihn  

  lebenswert. Wenn die Vereine also Unterstützung brauchen, dann sollten  

  sie diese bekommen. Sie müssen in ihren gesellschaftlichen Aufgaben  

  bestmöglich unterstützt werden z.B. durch angemessene Sportstätten,  

  Ausrüstungen und Hilfestellungen. Bei den Räumlichkeiten könnte ich  

  mir z.B. auch eine kostenlose Nutzung von gemeindeeigenen  

  Räumlichkeiten vorstellen.

– Senioren?

  Betreutes Wohnen in zentraler Lage, Einrichtung eines Bürgerbusses 

  (Ich möchte einen Bürgerbus einrichten, der weniger mobile Bürgerinnen und Bürger zu Fachärzten oder Drogeriemärkten bringt, also zu Angeboten, die es in Groß-Rohrheim NICHT gibt). Weiterhin sollten die unterschiedlichen Träger der 

  Seniorenarbeit (VDK, Seniorentreff 21, Vereine) unterstützt werden.

5. Wie soll die Finanzlage verbessert werden, damit wichtige Projekte vor Ort umgesetzt werden können?

Ausgaben im Blick behalten, mehr Fördertöpfe ausschöpfen, eventuell durch Wachstum mehr Einnahmen durch Gewerbe-/Einkommenssteuer erzielen.

6. Wie wollen Sie während einer möglichen Amtszeit den Kontakt zu den Bürgern pflegen?

Aus Erfahrung weiß ich, gemeinsame Ziele lassen sich am besten in  

persönlichen Gesprächen, im direkten Dialog erreichen. Deshalb wird es bei mir eine offene, transparente und wertschätzende Kommunikation zu allen Bürgern und Gewerbetreibenden geben z.b. in Form von Bürgersprechstunde, runder Tisch mit Gewerbetreibenden/Landwirten, Jugendstammtisch mit dem Jugendrat.

7. 7. Mein Lieblingsplatz in Groß-Rohrheim ist…

… die Bürgerhalle, da ich hier viele Stunden in meiner über 20jährigen ehrenamtlichen Tätigkeit als Spieler und Trainer verbracht habe. Außerdem finden hier viele kulturelle Veranstaltungen statt, an denen ich gerne mit Freunden und Familie teilnehme.

8. Beschreiben Sie einem Ortsunkundigen Groß-Rohrheim mit einem Satz.

Ein lebens- und liebenswerter Ort in attraktiver Lage, mit regem Vereinsleben und tollen Menschen. 

9.  Wo sehen Sie Groß-Rohrheim in zehn Jahren?

Groß-Rohrheim ist ein Ort, in dem die Leute gerne und zufrieden leben.  

Wir sind noch immer eigenständig und für Außenstehende sehr attraktiv  

durch die vielfältigen Angebote (betreutes Wohnen, ansprechender  

Ortskern mit guter Infrastruktur, funktionierendem Vereinsleben, einer  

sanierten Schule, Kindergärten und Spielplätzen). Es gibt ein gut  

entwickeltes Gewerbegebiet und eine solide Haushalts- und Finanzpolitik.

10. Nennen Sie bitte drei Gründe, warum Sie der beste Kandidat für das Amt des Bürgermeisters sind?

 Ich bin parteiunabhängig, habe aber den Respekt und das Vertrauen der  

Parteien. Ohne kann ein Bürgermeister kaum Ziele erreichen.

Aufgrund meiner beruflichen Erfahrungen kenne ich mich auf dem Gebiet  

der Finanzen aus, kann motivieren und Mitarbeiter führen. Ich versuche  

immer faire Lösungen für alle Seiten zu finden.

Ich bin wissbegierig und offen für neue Ideen. Ich habe Durchsetzungsvermögen, um diese Ideen auch umzusetzen.

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Geschrieben in Groß-Rohrheim, Lokal

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