Volle Rathausscheune und immer wieder Applaus

Bürgermeister-Kandidat Sascha Holdefehr warb in der Rathausscheune um Wähler. Foto: Hannelore Nowacki
GROSS-ROHRHEIM – Am 15. März ist in Groß-Rohrheim Bürgermeisterwahl. Die Wahlberechtigten haben zwei Kandidaten zur Auswahl, Amtsinhaber Rainer Bersch und Sascha Holdefehr, der parteilos ist, aber von SPD und Freien Wählern schon im September bei der ersten offiziellen Vorstellung des Kandidaten zur Wahl empfohlen wurde. In der voll besetzten Rathausscheune präsentierte sich Holdefehr am Sonntagvormittag im Beisein seiner Familie mit seinem beruflichen Werdegang, Zusatzqualifikationen und einer programmatischen Rede. Aktuell ist der 48-jährige Diplom-Finanzwirt beim Finanzamt Darmstadt in der Abteilung zur Prüfung der Umsatzsteuern tätig. In seiner Freizeit ist Holdefehr sportlich aktiv und erfolgreich als Handballtrainer. Sein Wahlkampfmotto „Fit für die Zukunft“ will Holdefehr zukünftig als Stärke von Groß-Rohrheim umsetzen. In seiner etwa viertelstündigen programmatischen Rede umriss Holdefehr, wie er sich „moderne Lokalpolitik“ vorstellt. Den ersten großen Beifall erhielt er für die Aussage: „Ich will Bürgermeister für alle sein, es ist ein Bürgeramt, kein Parteiamt“. Zielgerichtete Lösungen will er finden und die Lebensqualität verbessern, zum Beispiel durch ein Konzept für betreutes Wohnen in zentraler Lage. „Mir ist das Miteinandersprechen wichtig, nicht das übereinander reden“, sagte Holdefehr. Applaus folgte. Entscheidungen will Holdefehr auf Grundlage wirtschaftlicher und sozialer Vernunft fällen, die Gemeindefinanzen mit Disziplin meistern. Die Feuerwehr soll eine moderne Ausrüstung haben, der Friedhof gepflegt werden, um einen Bürgerbus will er sich kümmern. Mit Bürstadt im Blick, will Holdefehr ähnlich aus der Vielzahl der Fördertöpfe schöpfen. Nach seiner Aussage, die Erfahrung und Kenntnisse der Rathausmitarbeiter im Sinne einer modernen Lokalpolitik wertschätzen zu wollen, spendeten die Zuhörer ein weiteres Mal Applaus. Das ehrenamtliche Engagement der Vereine in den Bereichen Freizeit, Sport und Kultur sieht Holdefehr als Beitrag zur Entwicklung und Festigung der Gemeinschaft. „Dafür werde ich mich einsetzen, wenn Sie mich am 15. März zum Bürgermeister wählen“. Und wieder Applaus. In der folgenden dreiviertel Stunde nahm Holdefehr zu zahlreichen Fragen verschiedener Themenbereiche Stellung, bei etwa fünfzehn Wortmeldungen und etlichen Zwischenfragen. Ein Zuhörer störte sich daran, das Holdefehr in seiner Rede bei der älteren Generation einen Schwerpunkt gesetzt habe, während bei den Kindergärten Wartelisten bestehen. Die Jüngsten und die älteren Mitbürger lägen ihm am Herzen, entgegnete Holdefehr. Eine Mutter bemängelte, dass die Sanierung der Schule immer wieder aufgeschoben werde. Schule sei Kreissache, machte Holdefehr deutlich, aber: „Ich kann mich so lange im Büro des Landrats aufhalten, bis ich es schriftlich bekomme“. Applaus war wieder fällig. Der Kiessee mit externem Badetourismus und Müllhinterlassenschaften und die externe Vergabe von Wohnprojekten, die Verbesserung der Zusammenarbeit mit der Ordnungsbehörde in Biblis und ein empfundener Mangel an schönen Plätzen waren einige der weiteren Themen.
Wie ein Bürgerbus funktionieren könnte, erläuterte Holdefehr am Beispiel Fischbachtal, mit dessen Bürgermeister er Kontakt aufgenommen hatte. Ein Projekt, welches das „Wir-Gefühl“ stärke. Eine Antwort, die mit Applaus honoriert wurde. Bei einigen Fragen verwies Holdefehr darauf, dass er erst als Bürgermeister Einsicht in Verträge und Vorgänge hätte. Angesichts der zahlreichen unterschiedlichen Wünsche stellte Holdefehr gegen Ende fest: „Es gibt viele Bedürfnisse“. Das habe er auch im Gespräch mit einem Landwirt festgestellt, der die geplante Umgestaltung der Kornstraße und Rheinstraße mit Engstellen für große landwirtschaftliche Fahrzeuge nicht geeignet hält. Die Veranstaltung habe ihm viel Spaß gemacht, versicherte Holdefehr abschließend. Applaus mit starker rhythmischer Tendenz folgte. Zu persönlichen Gesprächen sei er bereit, sagte der Kandidat, und lud auch dazu ein Kontaktdaten auszutauschen. Hannelore Nowacki







