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10.29 Uhr | 3. Januar 2020
Hessischer Arbeitsmarkt 2019 endet mit bestem Jahresergebnis der Dekade

Der Arbeitsmarkt im Dezember

HESSEN – Mit einem Jahresdurchschnittswert von rund 149.800 Arbeitslosen erreichte der hessische Arbeitsmarkt 2019 das niedrigsten Ergebnis der letzten zehn Jahre. Der Rückgang zum Jahresdurchschnittswert 2009 (211.156) beträgt fast 30,0 Prozent. Im Monatsvergleich kann der hessische Arbeitsmarkt nicht ganz an die Ergebnisse des Vorjahresmonats anschließen. Mit rund 146.700 arbeitslosen Frauen und Männern liegen die Arbeitslosenzahlen im Dezember 2019 +1,3 Prozent über dem Ergebnis des letzten Jahres.
Almuth Schlosser, Mitglied der Geschäftsführung der Regionaldirektion Hessen, zieht eine positive Bilanz: „2019 ist für den hessischen Arbeitsmarkt sehr gut verlaufen. Der Jahresdurchschnittswert stellt mit etwa 150.000 Arbeitslosen das beste Ergebnis der Dekade dar. Die letzten zehn Jahre haben gezeigt, dass der Arbeitsmarkt in einem hohen Maß für Menschen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung aufnahmefähig war. Vom konjunkturellen Aufschwung konnten ebenfalls Langzeitarbeitslose und Menschen mit Behinderungen profitieren.“
Dass die Zahlen im Berichtsmonat Dezember über den Vormonats- und Vorjahreszahlen liegen, ist für Schlosser kein Grund zur Besorgnis: „Wir haben zum einen saisonale Effekte, die je nach Wetterlage auch in den nächsten beiden Monaten für einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen sorgen können. Zum anderen beobachten wir eine stabile Arbeitskräftenachfrage. Besonders das Baugewerbe, die Öffentliche Verwaltung sowie das Gesundheits- und Sozialwesen suchen verstärkt über die Agenturen nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Alles in allem erwartet die Regionaldirektion Hessen für 2020 einen weiteren Anstieg der Beschäftigtenzahlen und einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit.

Arbeitslosigkeit in Hessen: Entwicklung im Dezember
Im Dezember 2019 waren in Hessen 146.699 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das waren 3.359 mehr (+2,3 Prozent) als im November und 1.925 Menschen mehr (+1,3 Prozent) als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent. Im Dezember 2018 lag die Quote ebenfalls bei 4,3 Prozent. Saisonbereinigt ergab sich zum Vormonat ein Anstieg um 1.000 Personen, zum Vorjahr stieg die Zahl um 2.000.
Der Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Vormonat machte sich saisonbedingt in erster Linie bei Männern bemerkbar: +3,0 Prozent. Einen Anstieg gab es ebenfalls bei der Gruppe der Ausländer: +2,7 Prozent, bei arbeitslosen Menschen ab 50 Jahre: +2,2 Prozent sowie bei Frauen: +1,6 Prozent. Rückläufige Zahlen konnten bei Jugendlichen unter 25 Jahren und Langzeitarbeitslosen ( -0,4 Prozent) festgestellt werden.
Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl bei allen anderen betrachteten Personengruppen: Ausländer: +3,8 Prozent; Männer: +2,3 Prozent; Menschen ab 50 Jahren: +2,1 Prozent; Jugendliche unter 25 Jahren +1,6 Prozent; Frauen: +0,1 Prozent. Allein bei Langzeitarbeitslosen (-8,3 Prozent) und Menschen mit Behinderungen (-2,6 Prozent) kann ein Rückgang verzeichnet werden. Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit mitzählt, belief sich im Dezember 2019 auf 210.665 Personen. Das waren 700 mehr (+0,3 Prozent) als vor einem Jahr.

Entwicklung in den Rechtskreisen:

Rechtskreis SGB III verantwortlich für Anstieg der Arbeitslosigkeit
Im Vorjahresvergleich kann weiterhin nur der Rechtskreis SGB II (Grundsicherung) einen kontinuierlichen Rückgang verzeichnen. Im Dezember waren es -3,4 Prozent. Der Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung) weist hingegen +10,4 Prozent mehr Arbeitslose aus als noch im Dezember 2018.
Insgesamt zählten im Dezember 37,4 Prozent (54.810) aller Arbeitslosen in Hessen zum Rechtskreis SGB III. 62,6 Prozent (91.889) waren dem Rechtskreis SGB II zugeordnet.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung: Weiterer Anstieg
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Hessen wächst unverändert weiter. Der hochgerechnete, vorläufige Wert der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung für Oktober 2019 belief sich auf 2.680.900. Mit einem Anstieg um +1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr liegt Hessen leicht über dem Bund (+1,5 Prozent).
Der Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung zeigte sich in fast allen Wirtschaftszweigen. Die Arbeitsnehmerüberlassung weist dagegen mit -7,3 Prozent deutliche Rückgänge auf. Das Verarbeitende Gewerbe meldete -0,5 Prozent Beschäftigte weniger.

Offene Stellen: Mehr Stellenmeldungen bei Baugewerbe, Gesundheits- und Sozialwesen und Öffentlichem Dienst
Der Stellenzugang lag im Berichtsmonat mit knapp 11.260 -10,5 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Im Dezember 2019 waren somit bei den hessischen Arbeitsagenturen und Jobcentern rund 49.980 offene Stellen gemeldet. Das waren fast 4.600 Stellen (-8,5 Prozent) weniger als noch vor einem Jahr.
Während die Stellenmeldungen aus dem Verarbeitenden Gewerbe, der Logistik und dem Zweig der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen sowie der Arbeitnehmerüberlassung im Dezember rückläufig waren, suchten das Baugewerbe, die Öffentliche Verwaltung sowie das Gesundheits- und Sozialwesen verstärkt die Zusammenarbeit mit den Agenturen für Arbeit und meldeten mehr Stellen.

Regionen: Quote im Landkreis Fulda bleibt unter 3,0 Prozent
Aktuell weisen 14 der 26 hessischen Kreise eine Arbeitslosenquote von unter 4,0 Prozent auf. Der Landkreis Fulda liegt mit einer Quote von 2,6 Prozent im Hessenvergleich am niedrigsten. Unter der Vier-Prozent-Marke lagen ebenfalls die Landkreise Kassel, Waldeck-Frankenberg, Schwalm-Eder, Hersfeld-Rotenburg, Marburg-Biedenkopf, Vogelsberg, Limburg-Weilburg, Wetteraukreis, Offenbach, Hochtaunus, Rheingau-Taunus, Main-Taunus und der Kreis Bergstraße. Unter 5,0 Prozent liegen der Kreis Werra-Meißner, Lahn-Dill, Main-Kinzig, Groß-Gerau, Odenwald, Darmstadt-Dieburg sowie die Stadt Darmstadt. Die Stadt Frankfurt liegt bei 5,0 Prozent. Die höchsten Quoten weisen die Städte Offenbach (8,2 Prozent), Kassel (7,1 Prozent), Wiesbaden (6,0 Prozent) und der Kreis Gießen (5,3 Prozent) auf.
Die Arbeitslosenquoten der Regierungsbezirke Kassel, Gießen und Darmstadt verteilten sich wie folgt: Kassel: 3,9 Prozent, Gießen: 4,3 Prozent, Darmstadt: 4,4 Prozent. zg

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Geschrieben in Worms

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