Radverkehrskonzept des Kreises Bergstraße auf gutem Weg
KREIS BERGSTRASSE – 599 Bürgerinnen und Bürger des Kreises Bergstraße haben sich an der Online- Bürgerbeteiligung zur Fortschreibung des Radverkehrsnetzes beteiligt. 1035 Vorschläge und Anregungen wurden dazu abgegeben. Beide Zahlen bestätigen eindrucksvoll, dass es höchste Zeit für die seit mindestens 25 Jahren überfällige Fortschreibung des Radverkehrskonzeptes im Kreis Bergstraße war. „Dank der Initiative der Freien Wähler ist diese Sache nun im Fluss. Insofern beschäftigen wir uns nicht mehr mit den Hintergründen für die Untätigkeit in dieser für Umwelt und Nahmobilität gleichermaßen wichtigen Angelegenheit“, fasst Walter Öhlenschläger die aktuelle Situation im Rahmen einer Kreis-Vorstandsitzung der Freien Wähler am vergangenen Mittwoch in Erlenbach zusammen.
Er berichtete den Vorstandskollegen von der Bürgerinformationsveranstaltung am 28. Mai in Lorsch, bei der die Kreisverwaltung sowie die Projektbeauftragten des Büros „Radverkehr Konzept Frankfurt“, über den Sachstand zum Thema Radwege im Kreis Bergstraße. Der Fokus der Untersuchung liegt nicht nur aber insbesondere auch auf den Bedürfnissen des Alltagsradverkehrs.
Dieser wird durch vier Kriterien gekennzeichnet. Direkte Führung (ohne Umwege), schnelles Vorankommen, Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmer und die Befahrung auch bei Dunkelheit, Niederschlag und im Winter.
Auch der ADFC Bergstraße (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) unterstreicht diese Kriterien. Insofern ist ein weiteres Mal bestätigt, dass es keine Alternative für straßenbegleitende Radwege gibt. Absolut unverständlich sind deshalb die extrem kritischen und ablehnenden Stellungnahmen von Hessen Mobil, wenn es um den Neubau von Radwegen geht. Jüngstes Beispiel dafür ist das Bebauungsplanverfahren für den Radweg/Gehweg-Neubau entlang der K12 zwischen Ober-Mumbach und Reisen, wo Hessen Mobil keine Notwendigkeit für einen Radweg sieht. Aber auch mit der Haltung von Hessen Forst gibt es so einige Probleme, wie die Mitarbeiter des Projektbüros bei der Präsentation berichteten. So werden in den Wäldern im Kreisgebiet zwar neue Wege angelegt. Diese sind jedoch oft mit derart grobem Schotter versehen, dass das Radfahren dort kaum möglich ist. Mehrere der bei der Infoveranstaltung in Lorsch anwesenden Bürger bestätigten dies aus der Praxis. Während sich die Hessische Landesregierung für Verbesserungen beim Radverkehr einsetzt, suchen die beiden Landesbetriebe offenbar immer noch Gründe einen zukunftsfähigen, nachhaltigen Radverkehr zu verhindern.
Unverständlich ist ebenfalls, weshalb nur zehn Städte und Gemeinden von dem Angebot der Projektleitung Gebrauch machen und ihre Radwege vertieft prüfen lassen. Dabei geht es um Gefahrenstellen, Lückenschlüsse und Verbesserungen, die laut ADFC und der Projektleitung unbedingt notwendig sind.
Insgesamt war es eine sehr gute Veranstaltung in Lorsch. Viele gute und richtige Ansätze sind zu erkennen. Im Herbst 2019 findet ein Bürgerworkshop zu diesem Projekt statt, und wenn keine Verzögerungen eintreten, kann Anfang 2020 mit der Realisierung der ersten Maßnahmen begonnen werden. zg






