Kalle & Mônners: Spargelfest
Kalle: Guten Tag Manfred, alles klar?
Manfred: Servus Kalle, Dankeschön – ein klein wenig besser, und ich müsste schreien. Wo rennst Du denn schon so früh am Samstagmorgen hin?
Kalle: Heute beginnt doch das Spargelfest und da wollte ich schnell mal raus auf die Heide und dort den Ursprungsstein oder die Gründungsurkunde unseres Festes suchen.
Manfred: Wieso auf der Heide? Das Spargelfest ist doch in der Innenstadt?
Kalle: Ach du Dummkopf, weißt du das nicht? In den 30er Jahren war die Spargelernte, wegen dem guten Boden, auf der Heide. Man brachte mit der Bahn den Spargel nach Lampertheim, wo er dann auch in andere Städte ausgeliefert wurde. Und am Ende der Saison feierten die Bauern und Erntehelfer im Gasthaus Heide eine Spargelkerwe. So entwickelte sich das erste Spargelfest, das dann am 17.06.1934 erstmals so richtig gefeiert wurde.
Manfred: Das wusste ich nicht. Aber dafür weiß ich, dass der damalige Bürgermeister Dr. Köhler das Fest eröffnete.
Kalle: Ja und 1939 hatten wir erstmal, durch den damaligen Krieg bedingt, das letzte Fest. Erst 1949 ging es wieder mit dem Fest weiter.
Manfred: Was Du alles weißt! Ich kann mich aber an Zeiten erinnern, da traten am Spargelfest sogar die Jacob Sisters, Heinz Schenk, Billy Mo oder Katharina Valente auf.
Kalle: Ja genau. Das war dann auf dem Sedanplatz. Es gab auch einen Spargelfestumzug. Gemeinsam mit der Mannschaft des Wassersportvereins habe ich sogar selbst mitgemacht. 1974 wurde dann in und um die Halle vom Reit-und Fahrverein gefeiert. Und 1984 in der Hans-Pfeiffer-Halle. Ach und 1965 hatten wir auch unsere erste Spargelkönigin, die Karin I.
Manfred: Aber jetzt ist es doch wieder in der Stadt? Ich wollte mir nämlich die Krönung unserer neuen Spargelkönigin anschauen.
Kalle: Ja! Es war einfach zu weit draußen für die Leute und deshalb hat man einen zentralen Punkt gefunden, rund um unseren Schillerplatz!
Manfred: Dann können wir wieder drei Tage ausgiebig feiern. Ich darf dieses Jahr nicht den Fassbieranstich verpassen.
Kalle: Jetzt sind es ja nur noch 3 Tage. 1954 hatte man sogar mal 9 Tage ausgiebig gefeiert.
Manfred: Unglaublich und du siehst, obwohl es nur 3 Tage sind, gibt es immer wieder einige Anwohner, die sich beim Ordnungsamt und der Polizei über den Lärm beschweren.
Kalle: Dabei weiß man doch, dass es immer am 2. Wochenende im Juni stattfindet und kann sich darauf einstellen.
Manfred: Besser wäre es, die sollen sich nicht so anstellen. Überall wird einmal gefeiert. Und es ist doch viel schöner und macht viel mehr Vergnügen mitzufeiern, als die Polizei anzurufen.
Kalle: Das stimmt, darüber sollten die, die es stört einmal nachdenken. Das Spargelfest ist einfach ein großes Stück Kulturgut von Lampertheim und eine hervorragende Möglichkeit der Begegnungen und des gegenseitigen Kennenlernens.
Manfred: Ja, wenn ich Spargelfest höre, komme ich sofort ins Schwärmen. Gebrannte Mandeln, Zuckerwatte, Dosen und Pfeile werfen. Magenbrot und Lose ziehen, um einen Teddybär zu gewinnen.
Kalle: Und es gab sogar einmal Spargeleis und der Kochclub „Die Spargelköche“ sind weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt.
Manfred: Seit ein paar Jahren gibt es auch den Lampertheimer Spargelschälwettbewerb. Du warst doch letztes Jahr dabei und bist in der Vorrunde ausgeschieden.
Kalle: Aber ich habe mich sehr angestrengt, irgendwie habe ich das Schälen nicht so richtig hinbekommen. Bis auf den linken Daumen, den hab ich aus Versehen mitgeschält.
Manfred: Autsch! Aber wenn es um das Essen gegangen wäre, hättest du bestimmt gewonnen.
Kalle: Könnte sein, aber es geht ja nicht darum zu gewinnen, sondern dass man mitmacht und Spaß dabei hat. Es ist im Leben wichtiger, nicht immer der Sieger und Gewinner zu sein, sondern die Hauptsache ist, dass man sich wohl dabei fühlt und sich selbst treu bleibt.
Manfred: Das ist richtig. Aber jetzt habe ich richtig Lust bekommen, einmal selbst mitzumachen und Spaß für die Zuschauer und mich dabei zu haben.
Kalle: Dann rate ich dir aber vorher noch an der Apotheke vorbei zu gehen und dir eine große Packung mit Verbandsmaterial zu besorgen.
Manfred: Brauche ich nicht. Ich habe vom Arbeiten eine schöne, dicke Hornhaut an den Fingern. Da geht so schnell kein Messer durch.
Kalle: Jetzt muss ich aber schnell heim, weil ich noch 15 Kilo Spargel besorgen muss.
Manfred: Warum das? Willst du es beim Spargelschälwettbewerb dieses Jahr wieder einmal versuchen?
Kalle: Nein, aber ich habe am Spargel schälen richtig Gefallen gefunden und will im Training bleiben.
Deshalb habe ich meine Familie und einige Freunde zum Spargelessen eingeladen. Es gibt traditionell Lampertheimer Spargel, mit Kotelett und Kartoffeln. Dazu ein schöne Mehl-Sahne-Sauce.
Manfred: Hör auf! Mir läuft jetzt schon das Wasser im Mund zusammen. Kalle, wenn ich den Gründungsstein gefunden habe, komme ich gleich vorbei. Ich bringe auch einen guten Riesling für die Gäste mit. Gut, dass wir miteinander geredet haben.
Kalle: Gut, dass wir uns gesehen haben!







